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Der Shakespeare-Mime Lawrence Talbot kehrt anlässlich der Beerdigung seines Bruders in seine englische Heimat zurück. Die verstümmelte Leiche wurde in den Wäldern um den Landsitz von Talbots Vater John gefunden. Doch wer ist der Mörder? Ein Wahnsinniger oder eine Bestie?

Regisseur Joe Johnston („Jurassic Park 3“) hatte schon bessere Tage. Zwar gelingt ihm eine ästhetisch gefilmte Version der Werwolf-Mär;  mit nebligen Landschaften, düsteren Wäldern und blutiger Action. Doch außer zwei oder drei Schockmomenten bietet der Möchtegern-Grusler sehr wenig für den Horrorfan alter Schule.
Die Geschichte ist zu simpel, die Figuren sind zu eindimensional und die großartigen Darsteller schlichtweg unterfordert. Anthony Hopkins spult die Standard-Schurkenrolle ab, Benicio del Toro bleibt blass und Emily Blunt kommt kaum zu Wort. Die eventuelle bzw. angedeutete Liebesbeziehung zwischen Gwen und Lawrence findet nicht wirklich statt, was sich vor allem im Finale negativ bemerkbar macht.

Obwohl man scheinbar schon beim Drehbuch gespart hat, wurde auch bei den Spezialeffekten der Rotstift angesetzt. Man denke sich einfach zurück ins Jahr 1981. Damals gab es in Joe Dantes „Das Tier“ eine atemberaubende Verwandlung vom Mensch zum Werwolf zu bewundern. Hier, knapp 30 Jahre später, generierte das Effektteam ein paar mittelprächtige CGI-Einstellungen und das war’s dann. Toll!

„Wolfman“ ist sicherlich gut gemeint, versagt aber auf fast allen Ebenen. Für ein Drama ist der Streifen zu oberflächlich, für einen Horrorfilm nicht gruselig genug und für einen Thriller kommt zu wenig Spannung auf. „Wolfman“ mag streckenweise leidlich unterhaltsam sein, ist insgesamt aber absolut überflüssig.

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