5
Es ist schon ein Hohn, wenn der legendäre Rick Baker hierfür einen Oscar für seine MakeUp-Arbeiten einheimst, aber die von unendlich viel CGI nahezu komplett verdeckt werden. Kein Wunder, dass Baker bald danach der Filmindustrie frustriert den Rücken kehren sollte. Das aufwendige Universal-Remake war als blutige, kurzweilige Achterbahnfahrt im schicken Gothic-Look geplant, doch zu viele Köche haben hier den Brei verdorben. Spätestens wenn der Wolfsmensch seine bestenfalls mittelmäßig aussehende pelzige Visage offenbart, fällt der Film so ziemlich auseinander. Er ist ein faszinierendes Stück Hollywood-Versagen, eine interessante Studie über den Clash zwischen den involvierten Künstlern und einem dominanten Studio als Geldgeber. Leider ist WOLFMAN auch mehr LIGA DER AUßERGEWÖHNLICHEN GENTLEMEN denn DER WOLFSMENSCH (1941). Anthony Hopkins' gelangweilte Performance sagt alles.
8
Mir hat Wolfman in der Dir.Cut Fassung ausgesprochen gut gefallen. Dank des tollen Set Designs wird dem Zuschauer ein düsteres aber auch sehr beschauliches Horror Drama geboten und das Gute daran: Man hat auf Klamauk und jeglichen Kitsch verzichtet bzw. erst gar nicht versucht Klassiker wie zb. Coppola's Dracula oder Burton's Sleepy Hollow zu kopieren, stattdessen legt man mit einer gekonnten Mixtur aus Atmo, Handlung und packender Action quasi eine Punktlandung hin. Insgesamt präsentiert Universal ein teils heftigen Mainstreamer der gehobenen Klasse, dem ein Platz in der obersten Liga allerdings verwehrt bleibt, denn dafür ist das Geschehen letztendlich zu vorhersehbar und es fehlt ein Schuß an Originalität, dennoch ragt Wolfman deutlich über den üblichen Horror-Durchschnitt hinaus, weshalb ich ihn jedem Anhänger des Vampir und Werwolfgenres an's Herz legen kann. 8/10
10
Wolfman ist der einzige, mir bekannte Horrorschinken, der es wirklich geschafft hat den guten alten Gothik-Grusel alter schwarz/weiß Filme und den der Hammer-Movies in sich zu vereinen und in die Neuzeit zu befördern. Die Kulissen und sind einfach nur Atmosphäre pur. Die Darsteller, allen voran natürlich Anthony Hopkins und Benicio Del Toro, sind aller erste Wahl und der Splatter und Gruselgehalt halten sich perfekt in der Waage. Einfach nur ein geniales Stück Filmgeschichte welches mich immer wieder an meine Kindheit erinnert hat, als man noch heimlich die alten Schinken im Nachtprogramm gesehen hat.
6
Gestern abend in der Spätvorstellung angesehen! Naja, er war ganz ok, mehr aber nicht. Stellenweise schön düster, dann wieder langatmig. Gut gefallen haben mir die Anfangsszene, das Erscheinen des Werewolfs bei den Zigeunern (schön nebelig und düster) und die finale Szene beim Ausbruch aus der Psychiatrie/im Wald! Die Goreszenen waren ganz nett gemacht, 1-2 hab ich mich auch erschrocken! Warum mir der Film nicht so gefallen hat? Irgendwie konnte ich mich mit den Figuren nicht anfreunden, Hopkins war noch recht sympathisch (erinnerte mich bisschen an den Dad von Brad Pitt in Legenden der Leidenschaft), del Toro hat mich enttäuscht. Leider war der Film insgesamt zu dunkel, ich denke wenn man sich den Film später mal zu Hause anschaut, muss man es in einem dunklen Raum machen! Für mich ist und bleibt immer noch der beste Werewolf Film "American Werewolf (in England)"! Auch wenn da die Effekte mit den heutigen nicht mehr mithalten können! Ich gebe 5,5 von 10 Wölfchen!