Review

Vorsicht, kleinere Spoiler nicht ausgeschlossen!

2003 hat uns Chris Kentis mit "Open Water" eindrucksvoll gezeigt, wie man mit wenig Geld und fast ausschließlich nur einem Schauplatz einen sehr sehr spannenden Film kreieren kann. Paar Jahre später inszenierte Hans Horn dann den etwas Schwächeren Nachfolger, der aber auf Grund der zu blöden Charakteren gewaltig nieder gevoted wurde. Nun schuf also Splatter-Meister Adam Green mit dem Film "Frozen" einen ganz ähnlichen Film. Diesmal befinden wir uns allerdings nicht in "Seenot", sondern oben auf einem Sessellift, der durch ein Missgeschick stillgelegt wird und dadurch 3 junge Erwachsene in eisiger Höhe festsitzen. Ich stehe wirklich total auf solche Filme, doch leider hat mich Frozen ziemlich enttäuscht. Er macht, im Vergleich zu "Open Water", einfach zu Vieles falsch, hat viel zu viele Logikfehler und eine absolut nervige weibliche Hauptprotagonistin, die man schon nach 20 Minuten am liebsten selbst aus dem Lift befördert will. Der Film ist in der ersten Hälfte auch ziemlich spannend, zumal das jedes mal ein lustiges Schauspiel ist, wenn nach vielen vielen Minuten aus Spaß plötzlich Ernst wird. Grausamste Szene für mich war der "Sprung", bei dem ich mir ohne Scherz die Augen zugehalten habe. Die Szene sah unfassbar realistisch aus und so skurril wie es klingt : Der Sprung ist der absolute Höhepunkt in diesem Film. Der größte Schwachsinn fabriziert aber dieser Streifen mit den Wölfen. Scheinbar hat Regisseur Adam Green von der Fauna keinerlei Ahnung, sonst hätte er wohl gewusst, dass sich Wölfe Menschen niemals, wirklich NIEMALS nähern, schon gar nicht wenn sie schreien und Krach machen. Hier in diesem Film wurden diese Tiere dargestellt, als wären sie reißerische, Menschen zerfleischende Bestien. Dieser Aspekt hat mich am Meisten schockiert, zumal der Film am Anfang sehr realistisch wirkt, doch durch die ganze Wolf-Geschichte zieht sich der Film selbst ins Lächerliche, was sogar gegen Ende besonders albern wird (Snowboard-Flucht). Schade, hier hätte man wirklich einen grandiosen Film entstehen lassen können, doch leider stellt sich der Film, ab der Mitte, selbst ein Bein und driftet schließlich ins absolut klischeehafte Horror-Genre ab. Empfehlen kann ich den Film trotzdem, allerdings sollte man nicht mit so hohen Erwartungen ran gehen, wie ich es tat. An Open Water kommt der Film aber lange nicht ran.


Fazit : Eiskalt, aber leider nicht glasklar. Frozen ist letztendlich dann doch nur ein typischer Direct-To DVD Film. Hier wurde super viel Potenzial verschenkt.


5,5/10

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