Review

„Night of Terror“ ist ein weiterer, recht fetziger B-Actionreißer aus der PM-Schmiede mit Gary Daniels in der Hauptrolle.
Es ist Weihnachten in L.A., doch es herrschen fast schon Kriegszustände: Unruhen sind ausgebrochen und randalierende Gangs haben ganze Viertel in ihre Gewalt gebracht, überall herrschen Brände. In dem dadurch entstehenden Verkehrschaos befindet sich auch die Tochter des britischen Botschafter, Anna Lisa Gray (Raige Rowland), welche die dumme Angewohnheit hat, entführt zu werden, wie es im B-Actiongenre üblich ist. Der Anfang kann eine ganz nette Stimmung schaffen und auch der Zusammenschnitt aus Studioaufnahmen und entliehenem Dokumaterial bei der Darstellung der Unruhen sieht nicht schlecht aus.
Die Gangster fordern einen Boten, der allein Lösegeld in das Krisengebiet bringt. Dem Botschafter fällt da nur ein Spezialist ein: Der britische Elite-Soldat Shane Alcott (Gary Daniels). Der trainiert abends ausgiebig, rettet die Kinder der Nachbarin, als diese versehentlich fast ihre Bude abfackeln und kann auch derbe prügeln, wie er zusammen mit seinem Kumpel Williams (Sugar Ray Leonard) in einer natürlich nicht selbst verschuldeten Kneipenschlägerei beweist. Die erste größere Kampfszene des Films ist ganz nett, wenn auch etwas pseudo-komisch und natürlich genre-typisch relativ unbegründet (alle Filmbars sind irgendwie voller streitsüchtiger Schläger).

Shane nimmt den Auftrag an und begibt sich allein ins Krisengebiet, auch wenn Williams ihm davon abrät. Doch Shane und Anna Lisa waren früher ein Paar, weshalb er die Gefahren auf sich nimmt. Der Weg durch das Krisengeld wird jedoch für Shane ein Weg durch die Hölle, zumal mehr hinter der Entführung steckt...
Die Story von „Night of Terror“ hat genre-typisch mehr Alibi-Charakter, denn im Großen und Ganzen geht es mehr darum, dass Shane Gang-Mitglieder und andere fiese Subjekte umboxt oder niederschießt. Doch die Geschichte wird ziemlich temporeich erzählt, so dass nur in der Mitte ein kleines Loch entsteht, die Spannung insgesamt aber ein solides Niveau erreicht. Zudem sind die Wendungen der Story nicht unbedingt innovativ, aber auch nicht unglaubwürdig und machen den Plot etwas interessanter.
Das Szenario mit den Unruhen ist eine ganz nette Abwechslung und der verwüstete Stadtteil von L.A. mal eine andere Kulisse. Sicherlich wird dies eher oberflächlich erzählt und wahre Hintergründe wie z.B. die Rassenunruhen nach dem Rodney-King-Prozess dabei nicht wirklich thematisiert, doch als abwechslungsreiches Szenario reicht es und man erwartet in diesem Genre ja auch keine tiefergehenden Weisheiten. Die Regie von Joseph Merhi gibt dem Film zudem einen für PM-Verhältnisse gehobenen Look.

Die Actionszenen sind natürlich das Herzstück des Films und bieten Shoot-Outs wie diverse Fights, aber auch ein paar nette Stunts und Explosionen. Dabei ist die Action insgesamt auf recht spektakulärem B-Niveau und Gary Daniels kann seine Fähigkeiten ähnlich beeindruckend wie z.B. in „Fire Zone“ oder „White Tiger“ zeigen. Highlights sind vor allem der Kampf gegen die Skater-Gang und der Fight gegen die Motorradfahrer. In der Mitte ist der Film etwas actionarm und er braucht etwas um in Schwung zu kommen, aber ansonsten geht die Action in Ordnung und ist vor allem gegen Ende sehr zahlreich. Der Showdown ist zwar im Vergleich zu vorhergehenden Actionszenen kein Highlight, aber auch nicht schlecht. Glücklicherweise ist die deutsche FSK 18 ungekürzt, um die FSK 16 Fassung sollte man hingegen einen weiten Bogen machen, da diese übelst verstümmelt ist.
Gary Daniels ist kein großer Schauspieler, aber wie so oft kann er hier überzeugend und sympathisch den Helden mimen. Die restlichen Darsteller spielen alle auf recht akzeptablem B-Niveau, aber man hat schon besseres in dem Genre gesehen. Nur die deutsche Synchro lässt etwas zu wünschen übrig.

„Night of Terror“ ist ein unterhaltsamer B-Actionreißer für Fans, auch wenn die Story eher schwach ist, aber die Atmosphäre stimmt.

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