"The work, which becomes a new genre itself, will be called COWBOY BEBOP!"
Innovation und Stil sind die unverkennbaren Markenzeichen der wohl gelungensten Science-Fiction Anime Serie aller Zeiten. Von der experimentellen Soundkulisse, deren Repertoire von Jazzrichtungen wie Bebop bis hin zu klassischer Rock and Roll reicht, zu einer unverkennbaren Atmosphäre, die sich aus alten Westernstreifen und klassischer Science-Fiction zusammensetzt, ist dieses Meisterwerk von Hajime Yatate in seiner Form einzigartig und zeigt sich als das Resultat einer Crew, die viel Detail in ihre Arbeit gesteckt hat und sich bemüht hat nicht mit dem Strom zu schwimmen, sondern Abseits davon, einen neuen anzulegen.
So wie Blade Runner und Akira durch ihre Form- und Ausdruckskraft die Science-Fiction der 80er und 90er geprägt hatten, so könnte sich auch Cowboy Bebop zu einem Massenphänomen entwickeln, mit gleichem Kultstatus, wie die oben erwähnten.
Viele Künstler in diesem Metier könnten sich eine Scheibe davon abschlagen, denn Cowboy Bebop überzeugt auf ganzer Linie. Nichts ist oberflächlich gemacht und nichts hat man so bisher gesehen.
Um ein Beispiel zu nennen: Episode 5 "Ballade of Fallen Angels" endet mit einem grandiosen Showdown, das aber nicht wie erwartet auf Kirchenchöre zur Musikuntermahlung setzt, sondern auf Musik im Stile von "Queen" und alten Evergreensongs.
Die Welt in Cowboy Bebop erzählt eine Geschichte für sich und über ihre Hintergründe liegt der Zuschauer genauso im Dunkeln, wie über die Hintergründe der einzelnen Protagonisten. Nur langsam werden uns Details enthüllt, die auf die Vergangenheit von Spike, Jet, Faye und Ed zurückschließen. Genau gleich verhält sich auch die Enthüllung von vergangenen Ereignissen, die das Sol-System geprägt haben. So tauchen in einer Episode Jet und Spike in großen unterirdischen Wohnanlagen auf der mit Schutt und Müll belagerten Oberfläche der Erde, um einen VHS zu finden, damit Faye eine Kassette aus ihrer Vergangenheit abspielen kann.
Trotz der manchmal an Blade Runner erinnernden Stimmung, ist die Serie weder traurig, noch wirklich düster. Stattdessen sprühen Handlung und Charaktere nur so vor Witz. Sie geraten ständig in verzwickte Situationen, und stürzen von einer Katastrophe in die andere, wobei der Zuschauer über die Missgeschicke herzlich lachen muss.
Doch hinter der Komik und der guten Stimmungsmomente, werden auch tiefgründige Fragen aufgeworfen und Antworten dazu gesucht, wobei Cowboy Bebop sich als mehr entpuppt, als bloß Spaß und Witz. Die Stimmung wird oft melancholisch, oft traurig, regt zum nachdenken an und wirft gesellschaftskritische Fragen auf, die manchmal an Werke von Philip K. Dick erinnern.
Cowboy Bebop ist beste Unterhaltung, die sowohl optisch als auch musikalisch den Zuschauer verwöhnt. Die Charaktere wachsen einem ans Herz und es fällt schwer sich von ihnen zu trennen. Mit viel Charme und Witz, mit vielen Eigenarten die jeden von ihnen ausweisen, wachsen die rauen Einzelgänger zu einer Familie zusammen, einer ungewöhnlichen Familie, aus Außenseitern bestehend, die eine lange Vorgeschichte haben und dadurch, genau wie bei Kurosawas "Die 7 Samurai", einzigartig und komplex werden.