"Und wieder 48 Stunden" heißt es, wenn Reggie Hammond (Eddie Murphy) und Jack Cates (Nick Nolte) erneut unfreiwillig gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen.
Diesmal ist Jack Cates (Nick Nolte) auf der Jagd nach dem Drogenkönig "Iceman", den er schon seit Jahren dingfest machen möchte. Nachdem er jedoch bei einer seiner Jagden einen Unschuldigen getötet hat, sitzt ihm die Dienstaufsicht im Nacken und er muss binnen 48 Stunden die Existenz des "Iceman" beweisen, ansonsten droht ihm eine Haftstrafe. Die einzige Person, die den Drogenkönig persönlich kennt ist der Ex-Sträfling Reggie Hammond (Eddie Murphy), den Cates schon seit über fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Zuerst lehnt Reggie die Kooperation ab. Als aber eine Bande von Bikern, unter denen sich der Bruder des von Cates getöteten Verbrechers aus dem ersten Teil befindet, versucht, die Beiden zu töten, um sich an Cates zu rächen und an das von Reggie unterschlagene Geld zu kommen, raufen sich die Zwei doch noch zusammen und machen sich auf die Suche nach dem "Iceman"...
Zwar ist es schön, dass Walter Hill hier erneut Regie führte, doch wirklich Neues bietet der Streifen nicht. Hier ist vielmehr das Gegenteil der Fall, denn "Und wieder 48 Stunden" ist quasi eine 1:1-Kopie seines Vorgängers: Cates braucht erneut Reggies Hilfe, um einen Fall aufzuklären. Die Beiden raufen sich zusammen und versuchen gemeinsam den Fall zu lösen...
Nicht nur der Plot ist der Gleiche, nein, auch die Schauplätze sind fast identisch. Die gesamte Handlung spielt sich, wie schon im ersten Teil, in verschiedenen Bars, auf der Straße, im Polizeirevier und in einem Hotel ab. Sogar die Szenen ähneln sich schon sehr stark: In "Nur 48 Stunden" sollte Cates in der Lobby eines Hotels auf seine Kollegen, die einen Verdächtigen vernehmen wollten, warten. Bei einem Schusswechsel werden beide Polizisten getötet, und Jack versucht die Verbrecher zu stellen. Fast der gleiche Handlungsablauf findet sich hier wieder, nur dass diesmal Reggie in einem Hotel den Vortritt erhält und eine Etage höher in einen Schusswechsel verwickelt wird. Natürlich mischt sich Cates sofort ein - leider wieder ohne Erfolg!
Von dem fast identischen Handlungsablauf mal abgesehen, bietet diese Fortsetzung noch weniger als sein Vorgänger, welcher actiontechnisch ja schon rar besät war, aber seine Fortsetzung zieht die Handbremse noch doller an, denn außer den paar Schießereien, welche natürlich super in Szene gesetzt sind, wie man das halt von einem Regisseur wie Hill kennt, ein bisschen Fausteinsatz und ein paar Blechschäden gibt es nichts zu sehen. Diese kurzen und knappen Einlagen beschränken sich auch noch auf den Anfang, den Mittelteil und das Ende. Das ist eindeutig zu wenig, um sich in dieselbe Sparte wie "Lethal Weapon" einordnen zu dürfen.
Dagegen sind die Wortgefechte und kleineren Rangeleien zwischen Reggie und Jack ein wahrer Augenschmaus - zudem wieder einmal sehr amüsant!
Eddie Murphy schwingt sich erneut zur Bestform als Endlos-Quasselstrippe auf, nur dass er diesmal des Öfteren auch zur Waffe greifen darf und sich somit viel mehr ins Geschehen einbringen kann. Genau das tut dem Film gut!
Leider ist das, wenn man das Gesamtbild betrachtet, viel zu wenig , und so kann man "Und wieder 48 Stunden" definitiv nicht als würdige Fortsetzung bezeichnen.
Es ist wirklich zu schade, denn es wäre durchaus mehr Potenzial drin gewesen, gerade deswegen, weil Murphy und Nolte ein so herrlich ungleiches Duo abgeben, das mindestens genauso gut harmoniert wie Jack Lemmon und Walter Matthau in "Ein seltsames Paar"!
Ich jedenfalls bin von diesem Film ganz schön enttäuscht, denn ich hatte mich auf einen actionreicheren, vielleicht auch noch witzigeren, zweiten Einsatz des ungleichen Duos gefreut - geboten bekam ich einen lauwarmen Aufguss, fast komplett vom ersten Teil abgekupfert, der viel weniger Action und Feuer unter der Haube hat. Von mies würde ich hier nicht sprechen, aber das Wort "dürftig" trifft's schon ganz gut!
6/10