Review
von Leimbacher-Mario
Krawalliger Cashgrab
Obwohl „48 Hours“ ein direkter Buddy-Action-Classic war, für alle Beteiligten ein Erfolg und Sprungbrett, das Sechsfache seines Budgets wieder eingespielt hat, dauerte es bis ins nächste Jahrzehnt, dass die Fortsetzung ins Kino kam. Brutaler, rauer und brachialer war Walter Hills Auftrag und Erwartung an sich selbst - die er auch weitestgehend halten konnte. Nur leider vergisst er dabei einen besseren oder zumindest ebenbürtigen Film abzuliefern... Erzählt wird wieder vom ungleichen Duo Hammond/Cates (Ex-Con und Cop) und wie sie dieses Mal einen mysteriösen Drogenboss dingfest machen bzw. rigorose Kopfgeldjäger ausschalten müssen...
„Another 48 Hours“ zehrt immer noch von der glaubhaft ruppigen und arschigen Chemie seiner beiden Stars und Hauptfiguren, der Härtegrad wird nochmal gesund angezogen, das shiny-neon 80er-Feeling passt noch und zu über Leichen gehenden Bösewichten wie Andrew „Wishmaster“ Divoff sagt man niemals nein. Und dennoch wirkt das alles eher wie ein raubeiniger und gieriger Nachklapp, „Cobra“ in trockener und langweiliger, in wenig kreativ und trotz kurzer Laufzeit erschreckend aufgewärmt und unkreativ. Nicht falsch verstehen, schlechte Buddy-Actionfeste a la „Rush Hour 3“ sehen nochmal anders aus - aber von einem fresh rating oder einem empfehlenswerten Sequel ist das für doch noch ein gutes Stück entfernt. Keine Glanzstunde aller Beteiligten. Eher ein Kann als ein Muss. Wenn man allerdings (wie ich) einen leichten Hang zu dem mittlerweile recht raren Subgenre hat, dann ist „Another 48 Hours“ brauchbar und leicht zu genießen.
Fazit: spät, hart, herzlich und recht ähnlich - „Another 48 Hours“ sieht gegen seinen Vorgänger keinen Stich und hätte nicht sein gemusst, kann zumindest den Grundbedarf an bleihaltiger Buddy-Action aber decken.