Degenerierte Rednecks haben nur vor einem Angst: Selbstmörderischen College-Kids!
Tucker & Dale vs Evil (2010): 26 Jahre nach „The Texas Chainsaw Massacre“ werden aus Jägern Gejagte. Eine Gruppe Jugendlicher terrorisieren die vermeintlich gefährlichen Hillbillies Tucker und Dale.
Inhalt: Allison (Katrina Bowden) und ihre Collegefreunde wollen ein gemeinsames Partywochenende mitten im Wald verbringen. An der letzten Raststätte kaufen sie die notwendigen Dinge ein. Doch dort lauert die Gefahr: In Form der degenerierten Rednecks, die jeder Jugendliche spätestens seit „The Texas Chainsaw Massacre“ fürchtet. Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine) sind eben jene berüchtigten Hinterwäldler. Und auch sie machen an der Tankstelle Halt, um noch einmal Bier zu kaufen, für ein gemeinsames Angelwochenende in Tuckers neuen Ferienhütte.
Schon die erste Begegnung mit den College-Kids verläuft nicht so wie Dale es sich erhofft hat. Anstatt mit Allison in Gespräch zu kommen, flüchtet sie mit ihren Freunden ins Auto und rast davon. Doch beim nächtlichen Angelausflug ergibt sich eine neue Chance - Allison stürzt ins Wasser und Dale rettet sie. Ihre College-Freunde beobachten wie die beiden Holzfällerhemdträger, die bewusstlose Schönheit in ihr Boot laden - und als Dale ihnen zuruft: „Wir haben eure Freundin“ ist ihre Entscheidung gefallen: Sie müssen Allison aus den Fängen der mörderischen Rednecks retten, koste es was es wolle - und sei es das eigene Leben ...
Review: Nach Jahren der Demütigung, ist es endlich an der Zeit nach den Befindlichkeiten derjenigen zu fragen, die in Amerika außerhalb großer Städte wohnen und gerne mal in Ruhe ein paar Dosen Bier in einem abgeschiedenen Wald trinken wollen. Diejenigen, die nicht jeden modischen Schick mitmachen, sondern gerne gemütliche Holzfällerhemden tragen. Es ist Zeit endlich einen Film über diejenigen zu machen, die an Wochenende in ihrer eigenen Heimat von Jugendlichen angestarrt werden, als ob sie einem Horrorfilm entspringen. Es ist Zeit für einen Film über Tucker und Dale.
Seit Tobe Hoppers „The Texas Chainsaw Massacre“ von 1974 sind gefühlt hunderte Backwood-Filme entstanden, in denen eine Handvoll Jugendlicher von der degenerierten Landbevölkerung gejagt, gefoltert und ermordet wurden. Der Clou an „Tucker& Dale vs Evil“ ist, dass zum einen die Filmemacher, aber vor allem die Jugendlichen in dem Film alle diese Filme gesehen haben. Und so dreht sich der Spiess um. Die Jugendlichen machen Jagd auf die herzensguten und sympathischen Rednecks Tucker und Dale, in der Annahme alle Hinterwäldler verhalten sich genau wie in den gesehenen Filmen.
So ergeht es auch dem Zuschauer: Fast alle Szenen kommen einem bekannt vor. Z.B. als Tucker beim Holzmachen mit der Kettensäge in ein Bienennest sägt. Auf der Flucht vor den stechenden Biestern fuchtelt er wie verrückt mit der laufenden Kettensäge in der Luft herum und rennt durch den Wald - klar das nicht nur die Kids sich an Leatherface erinnert fühlen.
Und das ist eines der Geheimnisse an der gelungenen Backwoodsatire: Gerade die Anleihen anderer Filme werden mit guter Situationskomik und Funsplatterelementen inszeniert, so dass es fast unmöglich ist, nicht darüber zu lachen. Auch die Wahl der beiden Hauptdarsteller ist hervorragend. Tyler Labine und Alan Tudyk spielen die beiden Rednecks so überzeugend und liebenswert, dass sie eben nicht nur zu stereotypen, überzogenen Comedyfiguren werden.
Der kleine und gut durchdachte Film birgt viele Lacher in sich und nimmt auf eine unterhaltende Weise das Genre auf die Schippe, dass man über ein paar Schwachstellen gut und gerne hinwegsehen kann.
Mindestens für alle Genrefans ist dieser Film ein Muss.
7 von 10 Punkten