Review

Heutzutage wird man ja grundsätzlich kritisch, wenn man von einer neuen Horror-/ Splatterkomödie hört - besonders wenn man teilweise ein bisschen den Eindruck gewinnt, dass besagter Film schon ziemlich gehypt wird. Kann also Tucker & Dale vs. Evil mit seiner Umkehrung der genretypischen Stereotype den Erwartungen gerecht werden oder handelt es sich hierbei wirklich nur um einen Hype?

Im Grunde genommen bemerkt man von Anfang an, dass man es hier mit einem Film zu tun hat, der sich selber nicht ernst nimmt und schlicht und einfach eines will: den Zuschauer unterhalten. Atmosphärisch kommt von der ersten Minute an Backwood-Slasher-Feeling auf, die "Dorfdeppen" wirken in der Tat Anfangs so, als ob sie den letzten Schuß nicht gehört hätten und auch das ganze drumherum spricht eigentlich ganz eindeutig dafür, dass man gleich damit konfrontiert werden wird, wie ein paar durchgeknallte Rednecks zur Jagd auf ein paar Highschool-Kids aufrufen. Relativ schnell wird jedoch klar, dass besagte Hinterwäldler dem genretypischen Klischee eben nicht entsprechen, die vorgeblich zurückgebliebenen sind durchaus in der Lage sich tiefgründig und auf einem nicht den niedrigen Erwartungen entsprechenden Niveau zu unterhalten. Die gängigen Vorurteile werden den ganzen Film über immer wieder von hinten aufgerollt - mit einem häufig schwarzhumorigen Anstrich.

Der Handlungsstrang selber ist nicht unbedingt innovativ - zumindest auf den ersten Blick. College-Kids - Hinterwäldler - jede Menge Tote. Dass das Massaker dabei nicht den gängigen Konventionen entspricht, wird aber zu keiner Minute verschwiegen. Von Anfang an ist klar, dass es nicht Tucker & Dale sind, die es auf die Kids abgesehen haben, sondern dass die beiden vielmehr zur falschen Zeit am falschen Ort waren und für ihre Hilfsbereitschaft nun umgangssprachlich gesprochen "am Arsch" sind. Allerdings sehen die Kids das anders - was nicht zuletzt der Schusseligkeit der beiden Hauptfiguren und einigen unvorteilhaften Zufällen zuzuschreiben ist. Immer wieder kommt es zu Mißverständnissen, die bei der einen Gruppe den Eindruck verstärken, es mit zurückgebliebenen Killern zu tun zu haben; bei der anderen Gruppe hingegen macht sich immer mehr das Gefühl breit, mitten in eine Truppe von Selbstmördern geraten zu sein. Diese Verwechslungen und Mißverständnisse stellen ebenso wie die durchaus nicht dummen Rednecks die typische Slasher-Sonnenschein-Welt gründlich auf den Kopf. Und sorgen obendrauf immer wieder auch für ein gesundes Lachen.

Die Darsteller gehen handwerklich versiert an die Sache heran, hier gibt es weder Ausreißer nach oben oder nach unten. Das teilweise auszumachende Overacting ist meines Erachtens nach gewollt und tut der Komödie auch durchaus gut. Natürlich sind auch die Figuren absolut typisch für einen Film dieser Machart, jedes Klischee wird reichlich bedient. Vom dummen Blondchen bis hin zum (man möge mir den Ausdruck verzeihen, ich habe ihn einfach mal ganz stumpf bei Hatchet gestohlen) Quoten-Schwarzen sind alle Figuren vertreten, die man im Genre des Backwood-Slashers anzutreffen erwartet. Und auch hier ist natürlich wieder zu vermerken, dass einige dieser Erwartungen gründlich umgedreht werden. Tuck & Dale vs. Evil ist eben nicht der tyische Slasher.

Einige recht derbe Effekte sind auch gleich im Paket enthalten. Die Kids scheiden durchgehend auf nicht unbedingt angenehme Art aus dem Leben, zumeist sind die Tode auch recht blutig. Man wird hinsichtlich der 16er-Freigabe aber schon richtig deuten: der Streifen ist keine übermäßig harte Geschichte. Die Freigabe ist meiner Ansicht nach aber durchaus angebracht, denn harmlos ist auch was anderes.

Fazit:


Tucker & Dale vs. Evil ist Unterhaltung pur. Stellenweise recht blutig, stellenweise einfach nur lustig und über die gesamte Laufzeit unterhaltend. Ein Party-Film, wie er im Buche steht und wie er jedem Genre-Freund zu empfehlen ist, der sich mal wieder mit ein paar Freunden (oder der Freundin) und wahlweise auch ein paar Bierchen vor´s TV setzen möchte.

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