Tucker und Dale sind beste Freunde, die ihre Zeit in den abgeschiedenen Wäldern von West Virginia mit all dem verbringen, was beste Freunde eben so tun, sie trinken Bier, gehen jagen und schauen auch mal schüchtern den Mädchen hinterher. Als sie eines Tages während eines Ausflugs mit einer Schar großstädtischer Teenager kollidieren, glauben die, echt perverse Hillbillies vor sich zu haben: Hilfe! Panik! Gestammelte Erklärungen machen alles nur noch schlimmer. Als die Landeier wenig später die hübsche Allison vor dem Ertrinken retten, wird dies prompt als Entführungsversuch fehlinterpretiert. Schon schreiten die Städter entschlossen und mit allem, was der Geräteschuppen hergibt, zur Gegenwehr. Jetzt wird guter Rat teuer, bald stapeln sich die ersten Leichen im Wald.
Frische Ideen a la Pontypool sind im Horrorgenre doch eher spärlich gesät, um so erfreulicher das ein paar Newcomer aus Kanada sich dem Backwood Slasher Filmen widmen und das ganze bis ins Überdrehte persiflieren. Gewisse Vorkenntnisse der TCM oder Wrong Turn artigen Streifen sind natürlich von Vorteil, denn genau auf deren typische Mechanismen und Handlungsweisen hat es der freche Humor von Tucker & Dale abgesehen.
So sind unsere beiden vermeintlich bedohlichen Hinterwälder völlig harmlose und zudem leicht bis mittelschwer unterbelichtete Kumpels, die lediglich in ihrer neuen Ferienhütte ein wenig angeln wollen. Als Gegenpart dient das übliche Kanonenfutter an College Kids mit einer gesunden Portion Vorurteile gegen jenes Klientel, die alles völlig falsch verstehen und davon ausgehen das die beiden böse Killer sind, die sie nach den gängigen Klischees umbringen wollen. Es ist allerdings auch wenig hilfreich, das Dale bei der ersten Begegnung auf einer Tankstelle kichernd mit einer Sense auf sie zuläuft, auch wenn er sich nur unterhalten wollte.
So schaukeln sich die Mißverständnisse gegenseitig hoch, bis schließlich die ersten Kids durch Zufall und Unvermögen sterben, was a) bei den Kids den Selbstverteidigungsmechanismus in Gang wirft und b) bei Tacker und Dale die Überzeugung reifen läßt, die Kids wären ein Selbstmordclub und wollen sich in den Wäldern das Leben nehmen (Suizidkommando der judäischen Volksfront?). Das führt logischerweise zu einigen abstrusen Momenten und seltsamen Todesfällen. Der Humor ist dabei ganz angenehm, es wird auch durchaus nicht mit Blut gegeizt, aber es ist noch alles im Rahmen des Normalen.
Auch wenn der Film gegen Ende nachzulassen beginnt, die Love Story von Dale und Allison wird im Gegensatz zum vorherigen Film streng nach Schmalvorschrift durchgezogen, sorgen die vorherigen Horror-verkerht Minuten durchaus für Unterhaltung. Die meist als menschenfressende Inzucht Rednecks dargestellten sind hier die Sympathieträger, die Darsteller hatten offensichtlich ihren Spaß und geben diesen auch an die Zuschauer weiter. Für ein Regiedebüttanten ist das schon aller Ehren wert, was Eli Craig hier fabrizierte. Bin schon gespannt was er zukünftig zu bieten hat.
7/10