Review
von Leimbacher-Mario
Teenage Cheerlead Vampire Slayer
„Buffy“ als Serie war eines der popkulturellen Highlights meiner Jugend. Und die bezaubernde Sarah Michelle Gellar hat sicher auch ein gutes Stück zum Anbrechen meiner Pubertät beigetragen. Den vorangegangen und immer etwas verschwiegenen Film, entstanden aus fast den gleichen Quellen und Köpfen, nur komplett anders besetzt, hatte ich jedoch immer abgelehnt und ignoriert. Schluss damit - wer A sagt bzw. leicht melancholisch daran zurückdenkt, muss auch B sagen! Und daher stand nun mit genügend Abstand und angesammeltem Filmwissen „Buffy the Vampire Slayer“ von 1992 auf dem Programm - ebenfalls aus der Feder von Joss Whedon, ebenfalls über eine attraktive Teenagerin im oberflächlichen Amerika von heute/damals, die die „auserwählte Jägerin“ sein soll und einige ungebetene „Gäste“ mit ausgesprochen scharfen Eckzähnen pfählen darf... Vom Pompom zum gespitzen Holzkeil!
Als ob „Clueless“ auf „Fright Night“ trifft - diese „Buffy“-Version ist definitiv eine ganze Ecke klamaukiger als die Kultserie. Und auch ein gutes Stück schwächer, selbst ohne rosarote Brille. Was nicht heißt, dass man mit diesem whackigen, oft etwas unausbalancierten Highschool-Beißer keinen Spaß haben kann. Ganz im Gegenteil. Wenn auch nicht immer aus den beabsichtigten Gründen... Insgesamt ist „Buffy“ von '92 definitiv etwas besser als ich ihn in meiner Vorverurteilung und Vorstellung immer gemacht habe. Dafür sorgt eine heisse und kecke Kristy Swanson, dafür sorgen spielfreudige große Namen wie Rutger Hauer und Donald Sutherland, dafür konnte Whedon schon damals popreferenzielle Dialoge schreiben und dafür sieht man - mal gut, mal weniger gut versteckt - in Nebenrollen einige heute echt große Namen wie Affleck oder Swank. Allgemein tut diese Variante keinem weh und jeder Fan der darauf gefolgten „echten“ Buffy sollte auch hier ohne schlechtes Gewissen mal reinschauen, ihn nicht wie ich Jahrzehnte vor sich herschieben. Selbst wenn das Finale, der Härtegrad und einige Choreos arg zu wünschen übrig lassen, der Film oft tonal massiv schwankt. Es war eben eine Aufwärmendrunde, die Generalprobe mit B-Besetzung sozusagen.
Fazit: cheesy, campy, clueless - ich bevorzuge zwar deutlich die Serie, dennoch kann auch der vorausgegangene Film etwas Fun und Freude bringen. Ein Whedon-Drehbuch und Legenden wie Hauer und Sutherland lassen sich eben nicht ganz abschütteln. Leider führen eine oft billige Inszenierung und massive tonale Schwankungen nicht selten eher zu Unverständnis und Kopfschütteln als zu Nicken und Strahlen.