Duelle bis zum Abwinken, das macht den Reiz dieses Spätwestern aus, der abgesehen von einem beachtlichen Staraufgebot vor allem mit den Ideen seines Regisseurs punkten kann.
Die Story: Im Jahr 1870 findet in dem kleinen Westernkaff Redemption ein Duellturnier statt. 16 Revolverschwinger treten gegeneinander in bester Gary Cooper-Manier an, bis jeweils nur noch einer steht. Darunter eine Frau: Sharon Stone, die den feigen Mord an ihrem Vater rächen will, den der Ausrichter des Turniers begangen hat. Die Motive der Antretenden sind unterschiedlich: eine Menge Geld ist zu gewinnen, die Leute wollen sich profilieren, andere haben keine Wahl...
Western mit beachtlichem Aufgebot = Kassenschlager wird man sich hier wohl gedacht haben, bevor der Streifen in Produktion ging, doch daraus wurde leider nichts. Denn leider entpuppt sich " The Quick and the Dead" als pures Starvehikel für die abflauende Karriere von Superstar Sharon Stone. Wortkarg und in hauteng sitzendes Leder gekleidet umstreicht sie immer wieder die Kamera und man doch deutlich, was jeder spüren kann: schöne Bilder, wenig Substanz.
Denn Stones Eastwood/Bronson-Imitation bringts einfach nicht gegenüber den Schauspieltalenten, die sich sonst die Ehre geben, vor allem Gene Hackman als finsterer Organisator und Diktator spielt als ginge es um sein Leben. Leonardo DiCaprio liefert ein beachtliches Frühwerk mit einigem Augenzwinkern als Kid ab und Russell Crowe zeigt als zum Duell gezwungener Ex-Revolvermann schon das Charisma, daß ihn in "L.A.Confidential" weltberühmt machen sollte. Pat Hingle hat leider genauso wenig zu tun, wie Lance Henricksen, der als Paradiesvogel nur zum frühen Opfer taugt.
Wahres Mitgefühl kommt einfach nicht auf bei der wie immer unterkühlten Stone, die zwar recht knackig daherkommt, deren wahre Tragödie aber bis zum letzten Duell aufgespart wird und so die Figur viel zu spät aufwertet.
Ansonsten wird kaum ein erzählerisches Klischee ausgelassen, vom nicht anerkannten Sohn bis zum Konvertierten, der wieder zu den Waffen greifen muß.
Was das bleihaltige Treiben aber ausnehmend genießbar macht, ist die Inszenierung Sam Raimis, der immer genau die richtigen Bilder zur passenden Situation findet. Kameraeinstellungen, Zoom und Schnitt werden hier zu neuen Höchstleistungen getrieben. Das ist zwar mitunter recht comichaft, was besonders die sonst noch teilnehmenden Karikaturen angeht, macht aber mögliche Monotonie zunichte, die bei dieser Geschichte sonst aufkommen könnte.
An der Kinokasse ein klassischer Flop bringt es dieser quietschbunte Westernstreifen im TV allerdings noch jederzeit. Ist allerdings kein Film, über den man noch lange nachdenken soll, will oder kann. Knappe 7/10