Review
von death-metal-collector
Entgleisende Miniatureisenbahnen. Van Dammes glücklicherweise überwundener Tiefpunkt.
Neben dem kitschig-kunterbunten Big Budget-Kinderfilm "Street Fighter" ist besonders "Derailed" der Tiefpunkt in der Karriere des Belgiers, der immerhin beachtenswert viele solide bis hoch unterhaltsame Action-Klopper mit seiner Anwesenheit zierte.
Von einer "Produktion" wie "Derailed" wünscht sich vermutlich auch Van Damme selbst, dass er sie im Nachhinein ungeschehen machen könnte.
Wenn es eine Tatsache ist, dass Van Damme vertraglich dieses Schäbi-Filmchen aufgezwungen wurde, wie ich an anderer Stelle las, macht es die Sache zwar erklärbar, aber nicht verzeihlicher, denn "Derailed" ist wirklich ein extraordinärer Stinker der billig im Ostblock runtergekurbelten Direkt für`s Video-Actiongülle.
Insgesamt zirka fünf holprig verfasste Drehbuchzeilen als Vorlage, Kampfszenen, die ein paar siebenjährige Rolle vorwärts-Rolle rückwärts-Yudokas motivierter und brutaler hinbekommen hätten, unfreiwillig komische Spezialeffekte (eine Miniatureisenbahnentgleisung in Opas Hobbykeller ist zu bestaunen, fehlen nur noch die Wattebäuche, die aufsteigenden Explosionsrauch darstellen sollen) und auf dem "Höhepunkt" der "Handlung" zertrümmert ein ominöser Oberterrorist, um seine terroristische Skrupellosigkeit zu versinnbildlichen, mit grimmiger Entschlossenheit kaltblütig eine wertvolle Geige, womit alle Untaten der Menschheitsgeschichte glatt verblassen.
Selbst Van Damme-Komplettisten verstecken die DVD/ Blu-ray verschämt unter einigen Seagal-Machwerken der letzten Dekade im Kellerregal hinter der geschnittenen Schulmädchenreport-VHS-Kollektion.