"Drachenzähmen leicht gemacht" ist wie ich finde eine der wenigen originellen Übersetzungen von US-Titeln für den deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren. Und in letzter Zeit wurden ja Animationsfilme fast schon am laufenden Band inszeniert.
Die Story: Hicks ist der Sohn des Wikingerchefs und ihre Dorf wird immer wieder von Drachen angegriffen. Wie es die Erziehung und Tradition so will, werden die Kinder auch zu Drachenjägern ausgebildet. Dem eher schmächtigen und sensiblen Hicks gefällt dies aber gar nicht, obwohl er damit seine heimliche Liebe Astrid imponieren könnte. Dann findet Hicks eine noch unbekannte Drachenart und die beiden ungleichen Gestalten freunden sich langsam an...
"How to Train Your Dragon", wie der Film im Original heißt, bietet alles, was einen angenehmen Filmabend so ausmacht. In dem Film tummeln sich viele skurille Charaktere, der Humor ist manchmal kauzig, manchmal brüllkomisch, aber immer liebenswert und die Animationen sind nicht zu beanstanden. Folglich also die besten Zutaten für einen Animationshit, was der Film hinsichtlich des Box-Offices auch ist.
Trotzdem spielt das DreamWorks-Werk für mich nicht in der obersten Riege der Animationsfilme, was hauptsächlich an der Story liegt. Während Kinder der einfachen Geschichte gut folgen können, und daher in keinster Weise überfordert werden, ist der Film für die Größeren allerdings erstaunlich vorherrsehbar geworden. Auch wenn sich die Macher mit einem kleinen Plottwist einen Bonuspunkt erhaschen, haben wir in "Drachenzähmen leicht gemacht" eben alle Elemente versammelt, die man aus solchen Underdog-Storys kennt. Da ist der Junge, der intelligenter ist als die meisten in seiner Umgebung, der sich mit seinem Vater nicht verträgt, heimlich in ein Mädchen verliebt ist etc. Dazu die üblichen wie gesagt, liebenswerten, aber auch allseits bekannten Nebenfiguren, wie der dicke Junge, der Typ, der auch auf Hicks Flamme steht und ein absoluter Dämlack ist etc.
Damit erreicht der Film eben nicht die Originalität von "Shrek", die Tiefe von "Up" oder die emotionale Wucht von "Wall-E". Diese Filme spielen noch einmal eine Liga über "How to Train Your Dragon". Nichtsdestotrotz ist der Film ein sehenswerter und vor allem knuffig animierter Film über Drachen mit leichter Toleranzbotschaft, dessen dramaturgische Schwächen einem aber spätestens beim zweiten Mal Anschauen auffallen.