Jet Li wird in einen brutalen Bandenkrieg zwischen revalisierenden Familien verwickelt.
Story:
In Oakland kämpfen eine schwarze und eine Chinesenbande um die Vorherrschaft in einem Hafenviertel. Lange Zeit gibt es höchstens mal verbale Auseinandersetzungen, ansonsten gewinnt immer der schnellere. Dann aber wird Po, Sohn des chinesischen Oberhaupts ermordet. Das ruft seinen Bruder Han (Jet Li) auf den Plan, der derweil in einem Gefängnis in Hongkong sitzt, dort aber ausbrechen kann. In Amerika angekommen, empfängt man ihn nicht unbedingt mit offenen Armen. Je mehr er sich in den Fall vertieft, desto härter wird gegen ihn vorgegangen, und das scheinbar von beiden Seiten. Nur Trish (Aaliyah), Tochter von Mac, dem Führer des schwarzen Clans, hält nach anfänglicher Skepsis zu ihm...
Nachdem Jet Li bereits 2 Jahre zuvor im vierten "Lethal Weapon"-Film eine kleinere Nebenrolle bekam, bescherte ihm "Romeo Must Die" 2000 dann den engültigen Durchbruch in den USA. Wie auch bei Kollege Chan wurde hier der Crossover zwischen chinesischer und amerikanischer Action versucht, der größtenteils auch gelungen ist.
An seine großen Hk-Highlights wie "Once Upon A Time In China" kommt der Film aber nicht ganz ran. Das lässt sich auch ganz einfach erklären. Jet Li musst sich ebenfalls dem amerikanischen Markt anpassen und darf längst nicht so aufdrehen, wie er es seiner Zeit in "OUATIC" tat. Die Kämpfe in den diversen Clubs sehen zwar alle schon "stylish" aus, es wird aber auch deutlich, dass hier mit dem Einsatz von Wirework und teils auch CGI übertrieben wurde. Von schlechten Eltern ist das zwar nicht, aber an die Klasse der grandiosen Choreographie des o.g. HK-Highlights kann man hier nicht kratzen. Desweiteren nervt der Soundtrack gewaltig. Klar, der Film war trotz R-Rating (halte ich nicht unbedingt für angebracht - so brutal geht's nun nicht zu) klar auf Mainstream ausgelegt, also muss auch die musikalische Untermalung entsprechend ausfallen. Dass man aber ausschließlich auf Hip Hop/R'n'B setzt, kann ich wirklich nicht verstehen. Sorry, aber bei einem Actionfilm gehört einfach Rockmusik dazu oder zumindest ordentlicher Crossover, der beide Stile gekonnt miteinander verbindet (ich verweise in dem Zusammenhang mal auf den genialen Score von "Judgement Night", wo ja Härtnercombos zusammen mit bekannten Hip Hop-Künstlern Songs aufgenommen haben).
Lässt man diese Mängel mal außer acht, bleibt aber immer noch ein ziemlich cooler, stellenweise auch recht harter Actioner übrig, dessen Optik durchaus beeindrucken kann, vor allem wen man mal bedenkt, dass das Budget nicht gerade astronomische Dimensionen hatte. Herausragende schauspielerische Leistungen sind nicht auszumachen. Da wären auf der einen Seite eben die obercoolen Gangstaz, auf der anderen die tumben Triadenmitglieder. Alles stereotypische Charaktere ohne großen Tiefgang. Lediglich Jet Li und die nur ein Jahr nach dem Dreh bei einem Flugzeugabsturz verstorbene Aaliyah können da ein bisschen rausragen.
Fazit: Ein ordentlicher US-Einstand für Jet Li. Dass er's aber besser kann, beweisst "Kiss Of The Dragon", der auch in punkto Gewalt schon eher überzeugen kann. Dennoch sollte er mal wieder einen richtig harten HK-Actioner drehen, anstatt sich nur noch auf den US-Markt zu konzentrieren.
8 von 10 Punkten