In "The Scorpion King" tritt Ex-Wrestler The Rock (Doom) in Schwarzeneggers Fußstapfen und präsentiert uns unter der Regie von Chuck Russell (Eraser) einen passablen Abenteuer-Actioner a'la "Conan".
Ägypten vor rund 5000 Jahren. Von der Stadt Gomorrha aus will der bösartige Tyrann Memnon (Steven Brand) alle Nomadenvölker vernichten. Diese letzten noch verbleibenden Stämme sind gezwungen sich zusammenzutun. Sie heuern den Söldner Mathayus (The Rock) an, um Memnon und dessen geheimnisvollen Hellseher zu töten. Doch dieser Berater entpuppt sich als eine schöne Frau namens Cassandra (Kelly Hu), deren Anziehung der Krieger schnell erliegt. Gemeinsam mit Cassandra und einer eilig zusammengestellten "Armee" zieht Mathayus zur letzten großen Schlacht nach Gomorrha.
Im Gegensatz zu Schwarzeneggers Conan darf The Rock in seiner ersten Hauptrolle auch öfters mal den Mund aufmachen und genauso gut kämpfen wie Conan kann er auch. Jedoch ist die Figur des Mathayus' irgendwie nur eine bessere Conan-Kopie. Aber dennoch bleibt Dwayne "The Rock" Johnson für mich der potentielle Arnie-Nachfolger, und eben nicht Vin Diesel. Als Erzfeind stellt sich Steven Brand (Mystery Woman) The Rock entgegen. Zwar wirkt er stets böse, doch mehr ist dann da auch nicht mehr. Kelly Hu (X-Men 2) sieht ziemlich gut aus und ergänzt sich prima mit The Rock. In Nebenrollen sind dann noch Michael Clark Duncan (Daredevil) als Barbar und "Fastlane"-Star Peter Facinelli (Supernova) als Vatermörder zu sehen. Und wo wir schon bei Conan sind, darf natürlich auch unser TV-Conan Ralf Moeller (Cyborg) nicht fehlen, der eine ordentliche Performance als des Oberschurken Handlanger abgibt.
Mit "Eraser" bewieß Chuck Russell uns, dass er durchaus was vom Action-Handwerk versteht. Und das sieht man auch in "The Scorpion King". Die Schwertkämpfe sind knackig in Szene gesetzt worden und das Action-Highlight ist das Duell "The Rock vs. Ralf Moeller" im Sandsturm, da dieser Kampf sogar noch besser ist als das Finale gegen Memnon. Allerdings wird mir etwas zu oft nur im Off gestorben, so, dass die Brutalität solcher Konfrontationen nicht richtig zur Geltung kommt. Dennoch kann man sich mit dem Action-Anteil in "The Scorpion King" zufrieden geben. Für Humor sorgen ein labernder Pferde- sowie ein pupertärer Taschendieb. Auch nimmt sich The Rock in seiner Rolle nicht zu ernst und zeigt einen leichten Hang zur Ironie. Für eine Brise Erotik ist dann noch Kelly Hu zuständig. Mögen einige Szenen mehr oder weniger unrealitisch anmuten, so stört das aber kaum, da man lediglich gut unterhalten werden will. Und das wird man in "The Scorpion King" auch, der noch ordentliche Old-School-Action gepaart mit einigen Computereffekten zeigt.
"The Scorpion King" ist keine x-beliebige "Conan"-Kopie, sondern ein Spin-Off zu den "Mumien"-Filmen von Stephen Sommers. Leider hat es sich Sommers auch zur Aufgabe gemacht, dass Skript zu diesem Spin-Off selber zu schreiben. Dabei zeigt sich, dass er Arnies "Conan"-Filme eindeutig einmal zu oft gesehen hat und so kaum neue Ideen vorzuweisen hat. Ein fähigerer Drehbuchautor wie z.B. David Koepp, Shane Black oder David S. Goyer hätte bestimmt mehr aus dem Stoff machen können, als das, was uns hier Sommers Drehbuch zu bieten hat.
Somit ist "The Scorpion King" ein durchschnittlicher Abenteuer-Film mit "Conan"-Anleihen, einem zukünftigen Action-Star sowie ordentlichen Nebendarstellern, aus dem mit Hilfe eines besseren Drehbuches mehr hätte machen können.