Review

Der "Akkadier" (es gibt aber eigentlich nur Akkader oder Arkadier und ganz bestimmt keine "Akkadianer", also was denn nun?) Mathayus ist ein gewaltiger Fleischberg. Wahrscheinlich hat er sich seit seinen Säuglingstagen nur von Koteletts und Spiegeleiern ernährt. Er ist ungefähr drei Meter groß und wiegt so etwa sechs Zentner. Das ist zwar toll für ihn, leider wird sein ganzes Volk bis auf seinen fast ebenso fleischigen Bruder ausgerottet, schließlich beißt derselbe auch noch ins Gras. Das macht ihm aber nicht viel aus, denn er hat eine Mission, die er mit anderen Fleischklöpsen sowie einigen knapp bekleideten Amazonen-Dominas ausmacht. Er soll die Seherin eines bööösen Tyrannen aus dem Osten abmurksen, der die ganze Menschheit unterjochen will. Natürlich verliebt er sich in die Seherin. Wird er sie beim Paarungsakt unter sich erdrücken???

Das und vieles andere, was man sich wünschen würde, passiert in diesem Haufen Scheiße von Film natürlich nicht. Chuck Russell, der mit "Der Blob" und "Nightmare on Elm Street III" zwei ausgezeichnete Horror-Streifen ablieferte, hat hier ein Drehbuch umsetzen dürfen oder müssen, das wirklich jedes auch noch so durchgekaute und ausgeschissene oder ausgekotzte Ultraflachklischee nochmal auswringt. Das Ergebnis ist eine einzige Beleidigung für den gesunden Menschenverstand. Das Motto der "Arkadier", die laut deutscher Synchro ausgebildete "Assassine" sind (wenigstens ein Neologismus dank beschissener Übersetzung) ist "Lebe frei, stirb stolz", und seit man ihn zum ersten Mal sieht, wartet man in der Tat darauf, daß die ausgebildete Apfelsine stirbt - ob stolz oder nicht, wäre einem eigentlich ziemlich egal. Aber der Film ist so sadistisch, daß er einem des öfteren Hoffnungen auf ein bevorstehendes Dahinscheiden der Hackfresse macht, die aber dann durch unlogische, kaum näher erklärte Heilungsprozesse brutal zunichte gemacht werden. Das Personal des Films ist ebenso dümmlich zusammengestrickt: das leichtgeschürzte Weibchen, das hin und her entführt und gerettet wird, der schwarze Brother, der senil-geniale Wissenschaftler (Armer Theoden, du warst alt und brauchtest das Geld, nicht wahr?), der comic-relief-Spaßmacher-Feigling, der sich ständig irgendwo versteckende Knabe, es ist wirklich blöd zum Schwarzwerden. Wem das alles egal ist, der bekommt ein paar halbwegs abwechslungsreiche, jedoch harmlose, unblutige und auch sonst völlig unrealistische Kampfszenen zu sehen. Über die schauspielerischen Fähigkeiten des "Hauptdarstellers" braucht man wohl kein Wort zu verlieren. Spannung gibt es in diesem Film von Anfang bis Ende nicht, da alles passiert, wie es in einem so comichaft-beschränkten Streifen eben passieren muß. Überraschungen sind Fehlanzeige. Eine einzige Geldverschwendung von vorne bis hinten!

Details
Ähnliche Filme