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Mit „The Scorpion King“ bekommt die beliebteste Nebenfigur aus „Die Mumie kehrt zurück“ ihren eigenen Film.
Der Anfang kann nicht so ganz überzeugen: Eine Horde von Barbaren freut sich endlich einen Arkadier abschlachten zu können – bis dessen Bruder Mathayus (Dwayne „The Rock“ Johnson) auftaucht und für klare Verhältnisse sorgt. Leider wirkt das Ganze etwas dümmlich, wenn Mathayus fünf Pfeile gleichzeitig verschießt und seine Gegner wie vom Blitz getroffen davon fliegen. Zum Glück ist die restliche Action nicht so überzogen.
Der Kriegerkönig Memnon (Steven Brand) unterwirft alle Völker und verliert nie eine Schlacht – was er seiner Seherin Cassandra (Kelly Hu) zu verdanken hat, die ihm den Ausgang jedes Gefechts voraussagen kann. Maythayus, sein Bruder und ein weiterer Arkadier, die letzten ihres Volkes, soll diese ermorden. Irgendwie gehört es zu allen Abenteuerfilmen, dass man immer mit den etwas linken, aber nicht abgrundtief bösen Charakteren fühlt. Da steht Mathayus als Assassine direkt neben dem Barbaren Conan und den windigen Abenteurer Rick aus den „Mumie“-Filmen – den zwei großen Inspirationen für „The Scorpion King“.

Doch die drei Arkadier werden verraten und lediglich Mathayus wird in der Wüste zum Sterben gelassen. Doch mit Hilfe des Diebs Arpid (Grant Heslov) kann er sich befreien und zieht los, um Rache an Memnon zu nehmen...
„The Scorpion King“ erweist sich als munterer Unterhaltungsfilm im Geiste der beiden „Mumie“-Filme (auch dieses Mal stammt das Drehbuch von Stephen Sommers). Dabei wird die Geschichte genauso geplündert wie die Filmwelt: Der Höhlenkampf á la „Rambo III“, Cassandra als Name des Seherin (Troja lässt grüßen), große Inspiration durch „Conan“ sowie die beiden anderen „Mumie“-Filme etc. Auch wenn „The Scorpion King“ nicht deren Witz besitzt, so lockert jedoch ein wenig Humor, meist durch Grant Heslov hervorgerufen, den Film auf. Hat zwar ein wenig von Jar Jar, aber ich fands nicht nervig.
Die Story bietet nur wenige Wendungen und ein solides Maß an Spannung, aber die Plotschwächen fallen angesichts der temporeichen Inszenierung kaum auf. Denn „The Scorpion King“ bietet eine turbulente Achterbahnfahrt ohne Längen, so dass kaum Zeit zum Verschnaufen (oder Nachdenken) bleibt. Schade nur, dass von den Hardrock-Klängen des Soundtracks (mal wieder eine CD „inspired by“) nur wenig vorkommt und davon das meiste im Abspann.

Die Locations sind ebenfalls schön und gut gewählt; zudem passen sie gut zu den anderen „Mumie“-Filmen. Das ganze hat Regisseur Charles Russell („Eraser“, „Nightmare 3“) auch noch gekonnt abgefilmt. Wenige (im Vergleich zu „Die Mumie kehrt zurück“), aber ziemlich gute Effekte runden den Gesamteindruck ab.
Action gibt es fast Non-Stop: In jeder Menge dicht gedrängter Kampfszenen darf Mathayus dann unter Memnons bösen Schergen aufräumen; mal mit Unterstützung durch andere Freiheitskämpfer (Memnon will nämlich zusätzlich noch die Welt unterjochen), mal ohne, mal mit Schwert und Bogen, mal waffenlos. Die Kämpfe sind allesamt sehr gut choreographiert und abwechslungsreich (sehr schön die Idee mit den brennenden Schwerten); kurzum: nichts dran auszusetzen.
Man sollte ganz schnell vergessen, dass Dwayne Johnson nur 2,5 Gesichtsausdrücke beherrscht, sondern bei ihm besser auf sein Talent im Kloppen achten. Bei den Nebendarstellern sieht die Sache besser aus: Kelly Hu (sehr sexy) aus der TV-Serie „Martial Law“, Michael Clarke Duncan aus „The Green Mile“ und Grant Heslov aus „True Lies“ verleihen dem Film schauspielerisch mehr klasse, genauso wie der unbekannte Steven Brand. Ebenfalls als Muskelstar dabei: Der Hollywood-Deutsche Ralph Moeller („Cyborg“, „Gladiator“) als Memnons General Thorak.

Kurzweiliges Fantasy-Spektakel mit reichlich Action, cooler Machart und einer atemberaubend schönen Frau – Entertainment für alle, die schon die (noch besseren) „Die Mumie“-Filme mochten. 7,5 von 10.

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