Erzengel Michael stürzt auf die Erde. Er schneidet sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Flügel ab und marschiert - nachdem er sich von Armani einen schmucken Mantel besorgt hat - in den nächsten Waffenladen. Vollbepackt mit allem was Ballern kann, sprengt er ein Loch in Form eines riesigen Kreuzes in den Laden, und marschiert heraus. Das sehen natürlich zwei treue Gesetzeshüter und wollen ihn stellen. Auf einmal beginnt der eine zu mutieren und kleine fiese Haifischzähnchen zu kriegen, was Michael bedeutungsschwanger mit "It already started" kommentiert. Schnitt. Eine kleine Wüstenbude mitten in der Wüste. Chef ist Haudegen Dennis Quaid, der immer seinen Fernseher haut. Plötzlich erscheint ein Notsignal auf dem Bildschirm, das Radio ist tot und das Telefon sowieso. Hier sind wir nun angelangt am Austragungsort der Apokalypse, des letzten Gefechts, ausgetragen von einem Haufen Spießgesellen und unserem Engel. Das Ziel muß sein, die in der Wüstenbude arbeitende hochschwangere Kellnerin zu beschützen, denn ihr Baby ist die einige Hoffnung der Menschheit ...
Es fing richtig geil an! Düstere Bilder, ein dreckiger Wüstenfarbfilter, tolle, wirklich tolle, Kameraeinstellungen und einfach eine vorherrschende Spannung, die man regelrecht fühlen konnte. Man wußte nicht was los war, was würde passieren, was würde geschehen? Dann die Omi und der Eismann aus dem Red-Band-Trailer, GEIL, dann ... Schluß. Nach nicht einmal der Hälfte des Films beginnt die Qual. Es werden stapelweise schnulzige Geschichten ausgepackt und zum besten gegeben. Holzhammermethode über die Schlechtigkeit der Menschen, daß sie sich das alles selbst eingebrockt haben, etc. pp.
Alles wird zerredet und doch nichts erklärt. Was ist an dem Kind so besonders? Warum verwandeln sich die Insassen der Wüstenbude nicht einfach auch in böse Haifischzahnbesessene? Warum, ja warum mußte dieser Film so weitergehen, wie er weitergeht? Hinzukommend sind die miesen CGI-Effekte zu nennen (die echten Explosionen sind top!), die alles Flair niedertrampeln und eine Geschichte in der zweiten Hälfte, die erstens gar nicht mehr mit der ersten (seht guten) Hälfte zu tun hat und zweitens so megadoof ist, daß einem schlicht die Spucke wegbleibt.
LEGION erinnert an mehr als einer Einstellung an den grandiosen TERMINATOR, natürlich ohne auch nur annähernd dessen Klasse zu erreichen. Es ist wirklich traurig, daß die Verantwortlichen des Film so dermaßen vergeigt haben, indem sie soviel Kitsch und Schmalz reinkippten, daß man zum Ende hin vor leuter Schmodder gar nichts Gutes mehr sehen konnte.
Aufgrund des geilen Anfangs:
5/10