Im Fahrwasser der in den 90er Jahren beliebten Fantasy Serien "Hercules" und "Xena" entstanden einige andere weniger erfolgreiche Möchtegern-Ableger. Darunter fällt auch die vom ZDF coproduzierte "Conan The Adventurer" Serie.
Muskelmann Ralf Moeller versucht als Conan in 22 Folgen den größten aller Zauberer zu besiegen. Laut einer Prophezeiung wird er so sein eigenes Königreich erobern. Geleitet vom sagenhaften Schwert von Atlantis retten nun Conan und Co. vor der tropischen Kulisse Mexikos so manche Jungfrau in Not, etliche ad hoc aufgebaute Billigkulissendörfer und vernichten böse Jungs in Pappkulissenbugern.
Nein, ernst ist diese Serie wirklich nicht, obwohl es im Gegensatz zu Hercules und Co. pro Folge genügend Tote gibt, die aber meistens einen jugendfreien Tod sterben, während ihr Blut als rote Marmelade auf Conans Schwert kleben bleibt. Überirdische Bedrohungen gibt es natürlich auch in Form von sehr lustigen Kostümmonstern und noch lustigeren computeranimierten Kreaturen.
Inhaltlich will die Serie an die beiden erfolgreichen Conan Filme anknüpfen, was zumindest hinsichtlich der Prophezeiung gelingt.
Die Drehbücher der meisten Episoden sind vom Grundgedanken her eigentlich gar nicht so übel und auch nicht schlechter als die anderer Fantasyserien. Nur die Präsentation ist wirklich grauenhaft. Wer die Kulissen in Hercules schon billig fand, der sollte sich erst einmal Conan ansehen. Bei den Dörfer und Burgen hat man ständig das Gefühl, daß nur einige Hütten umgestellt werden, und siehe da, ein neues Dorf steht. Die Kampfszenen sind wenigstens einigermassen gut und steigern sich sogar im Laufe der Serie. Im Gegensatz dazu sind die Schauspieler, von denen viele scheinbar kein lupenreines Englisch sprechen können, grottenschlecht. Und paradoxerweise ist sogar die schauspielerische Leistung Moellers den meisten seiner Schauspielerkollegen überlegen, was schon sehr viel über die Qualität der Serie aussagt. Die Lachnummer an sich ist in jeder Folge der Erzschurke Conans, der sogenannte Meister aller Magier. Dieser bemüht sich immer um eine finstere Miene, während er einen sprechenden Skelettkopf aus einer dampfenden Nebelsuppe beschwört. Besagter mechanischer Skelettkopf hat dabei stets mehr Mimik als der ihn befragende Schauspieler.
Das Gute an dieser Serie ist immerhin, daß sie einen Abschluß findet und nicht etwa mit einem Cliffhanger endet. Es gibt wirklich gute Ansätze in der Serie, die aber durch eine erdrückende Fülle von Billigelementen vernichtet werden.
An Ralf Moeller als Conan gewöhnt man sich schnell und kann ihn in dieser Rolle akzeptieren. Spätestens aber, wenn Verona Feldbusch (!) in der "Red Sonja" als Gaststar auftaucht, rotiert wohl Conan Erfinder Robert E. Howard im Grab.
Trotzdem können sogar Conan Fans an dieser Serie ihren Spaß haben, denn wer über Filmtrash lachen kann, wird hier glücklich werden.