DAS LEUCHTEN DER STILLE oder Wenn schon eine Schnulze, dann eine von Lasse Hallström!
Es fällt leicht, einen schablonenhaften Film wie DAS LEUCHTEN IN DER STILLE in 1000 Stücke zu zerreißen. Andererseits stellt sich mir die Frage, muss das sein?
Die über 100 Jahre Filmgeschichte haben immer wieder gezeigt, dass es unter den Zuschauern zigfach verschiedene Wesensarten mit zigfach unterschiedlichen Bedürfnissen gibt.
Natürlich gibt es einen „Markt“ für den hier vorliegenden Film, sonst wäre er ja nicht gedreht worden.
Ob ich mir den Film aussuche und ansehe, gut oder nicht besonders finde, liegt allein im Auge des Betrachters.
Primär muss er natürlich (wie auch immer) unterhaltsam sein!
Hallström schafft es, wunderschöne Bilder zu liefern, in denen nett anzusehende sympathische Schauspieler nur einen Job haben, Emotionen auf die Leinwand zu bringen und das Rationale weitgehend außen vor zu lassen.
Der Filmcrew ist dies geglückt!
So schwelgt der Streifen geradezu in optischen Hinguckern, zaubert im Minutentakt gefühlvolle Situationen herbei und schafft es, Oberflächlichkeiten unterhaltsam darzustellen.
Schon allein Richard Jenkins Spiel als autistischer Vater ist es wert, diesen Streifen nicht dem voreiligen Verriss preiszugeben.
Natürlich ist der Ausgang der Geschichte (trotz einiger Hürden) von Anfang an klar auszumachen und überrascht zu den Endcredits wirklich keinen mehr zwischen 12 und 100 Jahren.
Manchmal schaue ich mir solche Geschichten an.
Ich esse ja auch Burger und Pommes ohne Reue, aber nach Lust und Laune.
Dabei ist mir völlig klar, was ich tue und meckere hinterher nicht herum, dass es kein argentinisches Steak war.
Speisekarte bzw. Filmkritiken lesen bringen es echt – vor dem Genuss oder dem Verdruss!
Unterm Strich kann ich den Film allen empfehlen, die einen emotionalen Film anschauen wollen, ohne sich allzu sehr anstrengen zu wollen.
Das darf man schließlich auch mal!