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Bisher wurde Martial Arts Spezialist T.J. Storm mit kleinen Nebenrollen abgespeist, obgleich der Mann einige Gürtel in diversen Kampfstilen innehat und eine unübersehbare körperliche Präsenz mitbringt. Um an der Spitze Hollywoods Fuß zu fassen, benötigt es allerdings mehr als eine Hauptrolle in einem austauschbaren Actionkrimi.

Sizwe (Storm) will seinen Vater freikaufen, der in Kapstadt im Gefängnis sitzt. Dafür schmuggelt er schwarze Diamanten nach Los Angeles, doch beim Deal wird er hereingelegt. Mit seinen Kumpels legt er sich mit japanischen Gangstern an, deren Oberhaupt Tanaka (Cary-Hiroyuki Tagawa) jedoch gut organisiert ist...

Die Hauptfigur offenbart direkt während der Eröffnungssequenz, wie die schwarze Kobra ihr Gift versprüht, als Sizwe von drei Rassisten angegriffen wird. Kurz darauf besucht er seinen Mentor und auch das macht Lust auf einen satten Actioner. Doch in L. A. angekommen, geht es mit den dort ansässigen stereotypen Charakteren und vielen unnötigen Subplots steil bergab.

Seine dunkelhäutigen Kumpels sind Klischeefiguren, die auf verbaler Ebene keinen authentischen Satz zustande bringen, die Kerle der Yakuza (obgleich der Name zu keiner Zeit fällt) könnten ebenfalls aus einem x-beliebigen Mafiafilm stammen, während viele Nebenhandlungsstränge kaum einen Sinn ergeben. Da wird eine Mentorin im Ninja-Kostüm aufgesucht, welche gleich darauf wieder verschwindet, dubiose Ermittler können sich für keine Partei entscheiden, während der Streit zwischen Verlobter und einer Bekannten im Catfight mündet, welcher noch nicht einmal Humor einfließen lässt, denn dieser fehlt auf weiter Flur.

Die Action kommt indes leider etwas zu kurz, obgleich hier die wenigen Stärken der Streifens liegen. Im Gegensatz zum Rest sind diese Parts weitgehend solide festgehalten, die Choreographie geht in Ordnung und Storm untermauert, dass er augenscheinlich viele Kampfstile beherrscht und diese zielgenau einsetzen kann. Allerdings fallen die Schauplätze recht austauschbar aus, selbst der Showdown findet in der beinahe schon obligatorischen Lagerhalle statt, welche teilweise etwas zu schwach ausgeleuchtet ist.

Das größte Manko bildet jedoch die beliebig anmutende Story, die zu keiner Zeit mitfiebern lässt. Die Bösen bleiben zu konturlos, der Held zu emotionslos und das Endergebnis wirkt, als habe man sich diverser Vorlagen bedient und diese relativ willkürlich zusammengeschustert.
Das lässt allenfalls während der rar gesäten Fights Spannung aufkommen, doch auf storytechnische Kniffe oder gar unerwartete Wendungen wartet man bis zuletzt vergebens.
Schade um Storm, der darstellerisch gar nicht mal so schlecht ist, aber mit einem leidlich unterhaltsamen Actioner der unteren B-Klasse dauert der Durchbruch wohl noch etwas...
Knapp
4 von 10

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