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Ja, bei „The Time Machine“ handelt es sich um eine Neuverfilmung und ja, die erste Verfilmung des Stoffes von H.G. Wells aus dem Jahre 1960 von George Pal mit Rod Taylor bleibt unerreicht. Doch angesichts zahlreicher Querelen beim Dreh kann man konstatieren, dass aus der Neuauflage der „Zeitmaschine“ ein solider und effekttechnisch brillanter Science-Fiction-Film geworden ist.

Die Story: Nachdem Emma, die Freundin des Erfinders Alexander (Guy Pearce, „Ravenous“) einem Verbrechen zum Opfer fiel, baut er eine Zeitmaschine, um in der Vergangenheit ihren Tod zu verhindern. Als das nicht gelingt, hofft er seine Antworten in der Zukunft zu finden und reist vom 19. Jahrhundert ins Jahr 802701. Doch dort erwarten ihn nach der Sprengung des Mondes zwei Gruppen Menschen: die friedliebenden Elois und die bösartigen, unter der Erde lebenden Morloks. Alex ruft zum Kampf auf…

Wie gesagt kann das Remake dem Original von 1960 nicht das Wasser reichen, auch wenn mit Simon Wells der Urenkel von Vorlagengeber H.G. Wells hier inszenierte. Der teils trashige Charme des Erstlings musste einen tricktechnisch perfekten, aber seelenlosen Brimborium weichen, das sich gewaschen hat und sich nur frei an der Buchvorlage orientiert. Zugegeben sprangen dabei ein paar nette Ideen heraus wie das interaktive Museum mit Hologramm und ein kurzer Blick auf das Ende der Zivilisation. Diese Highlights trösten aber ebenso wie die hochkarätigen Darsteller nur bedingt über einige Löcher im Drehbuch hinweg, auch wenn dieses zuweilen mit tollen philosophischen Ansätzen (Originalzitat Jeremy Irons alias „Ober-Morlok“: „Wir haben alle unsere Zeitmaschinen, nicht wahr? Die, die uns zurückbringen sind Erinnerungen. Die, die uns vorwärts bringen sind Träume.“) und zivilisationskritischen Seitenhieben (Zerstörung des Mondes durch Kolonialisierung und passive Regimetreue der Elois) aufwartet. Während Guy Pearce zumindest manchmal auch schauspielerisch gefordert wird, bleibt Jeremy Irons` Auftritt als Ober-Morlok leider viel zu kurz und eindimensional. Schade drum.

Fazit: Ein kurzweiliger, aber weitgehend etwas fragwürdiger (warum das Remake?) Zeitreisetrip, der hauptsächlich nur in Sachen Effekte vollständig zu überzeugen vermag. Leider haben eine durchgestylte Optik und zahlreiche Action-Szenen über inhaltliche Raffinesse obsiegt.

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