„The Time Machine“ ist das wohl flachste und dümmste Stück Popcornkino der letzten Zeit, das mit untergekommen ist.
Dabei fängt der Film ganz gut an, wenn auch wenig mitreißend: Der Erfinder Alexander Hartdegen (Guy Pearce) ist zwar etwas kauzig, aber glücklich – mit seiner Verlobten. Als diese jedoch ermordet wird, versinkt er in seine Arbeit, um eine Zeitmaschine zu bauen, damit er das Unglück verhindern kann. Zwar ist der Beginn nicht allzu packend und Guy Pearce sieht mit der Frisur Scheiße aus, aber immerhin die Ausstattung kann überzeugen.
Tatsächlich kann Hartdegen sein Werk fertig stellen und zurückreißen, doch der Tod seiner Verlobten ist nicht rückgängig zu machen. Frustriert reißt er immer weiter in die Zukunft. Was nun folgt ist eine lange Ansammlung von Zeitreisen: optisch nett, aber mit nur geringer Bedeutung für die Story. Der wichtigste Punkt ist eigentlich der, dass Teile des Mondes nach einer Sprengung dort den Erdenbürgen auf den Kopp fallen und die Menschheit fast ausgelöscht ist.
Nach mehr als der Hälfte des Films gerät Hartdegen dann in eine weit entfernte Zukunft, in der die Menschen wieder wie die Steinzeitmenschen leben. Dabei gibt es die friedliebenden Eloy und die zu Monstern mutierten Morlocks, die aus den Menschen entstanden sind. Hartdegen gerät in eine Auseinandersetzungen zwischen den Nachfolgern der Menschen...
Die Story von „The Time Machine“ hat eine gravierende Schwäche: Es dauert zu lange, bis die eigentliche Handlung mit den Eloy und den Morlocks losgeht. Vieles davor soll lediglich Effekte in den Film bringen oder eine paar nette, aber nebensächliche Einfälle präsentieren, so dass der Haupthandlungsstrang teilweise nur wie eine Dreingabe wirkt. So hält sich auch die Spannung in Grenzen, zumal die Haupthandlung zu gehetzt präsentiert wird und viel zu schnell vorbei ist.
Zum Heulen ist der Film allerdings von der Logikwarte aus betrachtet. Es ist Klischee eines Films, dass die weibliche Hauptrolle immer die letzte Geisel ist, wenn alle Statisten getötet und verknuspert wurden. Verzeihlich, dass Hartdegen nach seiner Zeitreise plötzlich eine verwegenere, zerzauste Frisur und männliche Bartstoppeln hat. Doch wenn das Finale jedweder Logik entbehrt (man muss es selbst gesehen haben, um zu begreifen wie dämlich es ist) und zudem noch vollkommen spannungsfrei abläuft, da kommen selbst dem hartgesottensten Mainstreamfan die Tränen.
Klasse hingegen die Effekte, auch wenn ein Teil (die Zerstörung New Yorks) nach dem 11. September herausfallen musste. Nur wenige Sequenzen wirken künstlich, so dass sich die FX nicht zu verstecken brauchen. Nur leider verzichtet „The Time Machine“ auf anderes eye candy wie Stunts oder Action, so dass die Effects auf Dauer etwas dröge sind.
Guy Pearce bemüht sich wirklich, aber seine Leistung erreicht bestenfalls gehobene Popcornklasse. Ganz gut anzusehen ist Orlando Jones, der allerdings nur eine Nebenrolle. Gewohnt untalentiert wie die meisten Sängerinnen beim Film präsentiert sich Samantha Mumba und Jeremy Irons groß angekündigte Bösewichtrolle erweist sich als besserer Cameo-Auftritt, denn Irons ist vielleicht 10 Minuten in dem Film zu sehen (und die an einem Stück).
Unlogisches und wenig interessantes Popcornkino, dass zwar klasse Effekte, aber ansonsten nur heiße Luft bietet.