Review

Der Streifen wäre gerne so stylisch wie „Matrix“ und einige Elemente der Story sind dem großen Vorbild überaus deutlich abgekupfert, sie kann sogar einen ominösen, farbigen Helden mit Ledermantel hervorbringen.
Aber „Horrorvision“ ist ein uneigenständiger, dumm zusammengeschusterter Virtual-Reality-Humbug.

Computerfreak Dez wollte eigentlich nur eine Diskette von Tina holen, aber Tina wurde durch die Internetseite „Horrorvision“ eingezogen. Gleiches passiert kurz darauf mit Freundin Dazzy. Dez ist ratlos, doch ein fremder Mantelträger weiß ihm zu helfen, denn er weiß mehr über die geheimnisvolle Macht, die hinter der Internetpage steckt.

Geil, mal wieder eine „Matrix“-Kopie.
Alle laufen in Lack oder Leder durch die Gegend (was bei den männlichen Darstellern zum Wegsehen auffordert) und kämpfen gegen eine undurchschaubare Macht, die aus harmlosen Usern Massenmörder macht. Dazu der nicht näher erläuterte Bradbury, das Pendant zu L. Fishburne als Morpheus, Dez als Keanu Reeves Kopie und Freundin Dazzy als Lackeinlage für Carrie-Ann Moss.
Geht gar nicht.
Die ersten 20 Minuten sind noch okay, aber nachfolgend wird es immer hanebüchener und langweiliger.
Wie kann man die ohnehin schon kurze Laufzeit strecken? Einen Song unterlegen und ein paar Bilder eines Mannes am Steuer dazu zeigen, vielleicht auch ein paar Rückblenden der Bilder, die man erst vor fünf Minuten genauso gesehen hat. - Öder geht´s nicht.

Damit aber nicht genug, denn zwei, drei Monster sollen ja auch noch integriert werden: Da wäre erstmal ein raupenartiger Roboter, der sehr verbissen ist und aus Dez Powerbook erscheint, dann der alles kontrollierende Typ „Manifesto“ an Drähten montiert, mit einer weißlichen Freddy-Krüger-Fresse und Elektroschocks aussendend und letztlich ein Kampfroboter, der den beiden Pseudohelden in der Wüste erscheint. Billigste Konstrukte, versehen mit noch billigeren Computereffekten.
- Spoiler -
Was der Story endgültig das Genick bricht, ist das offene Ende, oder vielmehr der Abbruch mitten im Geschehen. Bradbury faselt noch etwas von Auserwählten, „die Zukunft hat begonnen, kümmere dich um dein Seelenheil“ und dann latscht Dez durch die Wüste und der Abspann läuft. Auftakt zum Mehrteiler oder einer Serie? Hoffentlich nicht!
- Spoiler Ende -

Nein, wenn die einzigen Schauwerte in den Szenen einer mit Lack bekleideten Frau zu finden sind, ist es mit dem Film nicht weit her.
Übelste CGIs, überhaupt nicht markante Darsteller und eine dummdreist kopierte Story ohne eigene Ideen, Langeweile und handwerklicher Dilettantismus.
Ganz knapp an der untersten Bewertung vorbei,
2 von 10 Punkten

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