Oh oh, ein Vorspann mit Full Moon Logo. Da verschiebt sich direkt die Erwartungshaltung, denn die Company ist ja für eine etwas seltsame Auffassung von Qualität bekannt. Würde ich überaupt Erwartungen an einen Film über Computer hegen? Kommt drauf an, man ist ja ein wenig aufgeschlossen. Und wenn die ersten Minuten noch ganz putzig mit dem Charme amerikanischer Gothgirls und ebenso amerikanisch verhaltenem Humor über online Erotik aufwarten, sich gar trashige Effekte ala Mangler 2 dazu gesellen, ja dann will man Horrorvision durchaus eine Chance geben.
Und dann kommt gar nichts mehr. Ich meine, wenn man schon eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte über einen mörderischen Computervirus zu einer epochalen, tiefsinnigen Cyberspace Oper ausgestalten will, dann sollte man doch ein paar Ideen haben? Pustekuchen! Horrorvision langweilt mit sinnlosen Füllern und kann sich weder mit einem schlechten Computerdämon noch dem hirnrissigen Ende aus der Affaire ziehen. Einzig die statt knapp 70 gefühlten 120 unendlichen Minuten täuschen eine epische Länge vor und machen den Film zur Horrorvision für den zahlenden Kunden.