Review

Michael McCants, der sich nur Kantz nennt, wollte mit seinem Streifen offenbar einen Endzeit-Rache-Western in die Runde werfen und bedient sich dabei aller erdenklichen Vorbilder. Zu einem ausbalancierten Ergebnis führt dies natürlich nicht, da nicht nur die halbgare Geschichte zu Durststrecken innerhalb einer post-apokalyptischen Wüstenlandschaft führt.

Vor 17 Jahren tötete die fanatische Sekte um Anführer Caine die Ehefrau von Keo und entführten seinen Sohn. Nun ist der auf Rache sinnende Mann auf der Spur der Verbrecher, die auf der Suche nach einem ganz bestimmten menschlichen Opfer sind...

Nach dem beinahe passabel inszenierten Einstieg mit kurzer Vorgeschichte um Keos Familie offenbaren sich rasch eklatante Schwächen der Inszenierung, die bereits bei einigen Szenenübergängen völlig versagt. Die lustlos agierenden Mimen gehen mit einer schwachen Ausstattung einher, die wenigen Fights sind geradezu lachhaft schwach choreographiert und die Bewegungen wirken phasenweise wie in Zeitlupe wiedergegeben, - von Drive fehlt jede Spur.

Zwar kann man Keo als Sympathieträger akzeptieren und mit der im Verlauf geretteten Rachel steht ein passables Heldenduo im Fokus, doch das Drumherum ist merklich halbgar ausgefallen, da es zwar mehrere Handlungsstränge gibt, diese jedoch teils zu schwach oder nicht bis zu Ende ausgearbeitet sind, so dass sich diverse Gruppierungen stets per Zufall über den Weg laufen und Keo seinen Weg von Station zu Station unbeirrt fortsetzen kann.
Einige Angreifer wie menschenfressende Mutanten oder Killer unterm Sand bieten zwar halbwegs spannende Ansätze, doch auch diese tauchen zu selten auf und verschwinden meist eher unspektakulär, während die Bösewichte schlicht zuviel debattieren, anstatt böse Taten folgen zu lassen.

Und während man permanent an Filme wie "Mad Max", "Django" oder auch "Für eine Handvoll Dollar" erinnert wird, entstehen immer wieder Längen aufgrund unnötiger Dialoge der üblen Mimen, was in der deutschen Fassung zudem den ursprünglichen Wortwitz vermissen lässt, auch wenn die Versuche einige Auflockerungen nur vage sind.
So will ein auffallend Korpulenter nicht als fett betrachtet werden, Hoden werden mal so eben nebenher als Stärkung verspeist, eine ominöse Truhe und ein durchdringender Blick spielen noch eine Rolle und final offenbart sich ein minimales Familiengeheimnis.

Das Ganze lässt von A bis Z Suspense, Pep und die Konzentration aufs Wesentliche vermissen und allenfalls der teils altmodisch anmutende Charme mit kleinen Referenzen in Richtung Achtziger rettet noch ein wenig. Einige Gewaltszenen sind noch okay, der Score geht in Ordnung und einige Damen sehen ganz nett aus, doch das langt im Gesamtbild wahrlich nicht für eine Genreempfehlung.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme