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"Ladykillers" ist eine geniale Krimikomödie, worauf gerade vor dem Hintergrund des (nach der Kinovorschau zu urteilen) äußerst peinlichen Remakes, das demnächst ansteht, hingewiesen werden muss. Von Alec Guiness als zwischen Genie und Wahnsinn schwankendem Professor Marcus über Herbert Lom als finsteren Gangster bis zu Katie Johnson als schrulliger alter Vermieterin sind hier von einer Schauspielerriege, wie sich wohl selten eine zusammengefunden hat, völlig skurrile Figuren so witzig wie niveauvoll dargestellt. Gerade dass der Film in vielen Hinsichten ganz schön altmodisch wirkt, macht seinen Reiz aus - ein Reiz, der dem Haudrauf-Humor völlig fehlt, den die Neuverfilmung mit Tom Hanks allem Anschein nach bietet. Der ganze Film strahlt eine spießbürgerliche Gemütlichkeit aus, die in Form des windschiefen Hauses, der Betulichkeit der alten Frau, der arroganten Papageien, der beschaulichen Kammermusik von Boccherini, dem ständigen Teekochen und anderen Elementen den Zuschauer sich in diesem kleinen Mikrokosmos richtig zu Hause fühlen läßt. Alles in diesem Mikrokosmos hat einen Sinn und eine Geschichte, z. B. ein Papagei muss selbstverständlich einen auf die britische Geschichte bezogenen Namen wie "Admiral Nelson" haben. Die anfängliche, scheinbare Skrupellosigkeit der Ganoven gerät irgendwann nach einer gewissen Zeit der Idylle mit dieser kleinen, spießigen Welt in Konflikt, und die Gauner erweisen sich als erstaunlich hilflos und handlungsunfähig, als sie mit der Vermieterin und deren alten Freundinnen gewissermaßen die gesamte englische Traditionswelt gegen sich haben. So ist es kaum mehr als konsequent, dass sich ihre Pläne zuletzt gegen sie selbst richten.
Ein Film, der seinen Klassikerstatus völlig zu Recht hat. Geniale Schauspieler, viel Atmosphäre und feinsinnige Skurrilitäten ohne Ende - und nicht zuletzt eine große Portion schwarzen Humors, was die Schlussphase des Films angeht.

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