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Grand Theft Ealing

„The Ladykillers“ ist wahrscheinlich der berühmteste und erfolgreichste Film der legendären britischen Ealing Studios - aber auch der Beste? Zumindest ein heißer Anwärter darauf, wenn's nach mir geht… Erzählt wird in der schwarzen Gangsterkomödie von einem Geldtransportraub einer routinierten Gaunergruppe, die dafür bzw. danach unerkannt im Haus der alten Lady und tütteligen Teetante Frau Wilberforce unterkommt - doch dann geht sehr schnell eine Sache nach der anderen schief… 

Plans, Trains & Elderly Ladies

Wenn man auch nach über 70 Jahren Tom Hanks und den Coen Brüdern noch ganz locker zeigt, wo der britische Hammer hängt, dann darf man sich glaube ich als zeitloser Klassiker schimpfen. Und genau ein solches Kaliber ist „The Ladykillers“ (1955). Süß, lustig, mit düsteren Kanten und Abgründen. Trotzdem purstes Wohlfühlkino für die Oma und den Sonntagnachmittag. Und das ist hier mal komplett komplimentär gemeint. Eine Lehrstunde von der Insel. Trockener Humor. Einige (teils damals noch blutjunge) Legenden am Start. Durchaus Chemie im starbesetzten Cast. Mit diesem englischen Stock im Popo - hier aber als positives Statement. Heimelig, augenzwinkernd, lieb und böse zugleich. Das Innendesign des Hauses ist sensationell verdreht und eng. Einige fast schon sketchartige Szenen geschweige denn Pointen sitzen legendär on point. Und etwas Spannung ist auch am Start. Natürlich nie ohne seine lockerleichte Gangart komplett auf den Schirmständer zu stellen. Und Katie Johnson, die nur zwei Jahre nach den Dreharbeiten starb, muss man einfach lieb haben. Dazu exzellente, elegante Ausstattung und ein London im laidback Ausnahmezustand. Fertig ist ein Klassiker vor dem Herrn und im Maßanzug. Mit Schirm, Charme und nicht ohne. Ein Heist wie kein anderer. 

Sie spielten Cello…

Fazit: Karma ist 'ne Bitch. Und das ist ein zertifizierter, britischer Klassiker! Köstlich und charmant. 

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