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Sebastian Ströbel spielt einen jungen Nordfriesen, der nach den Morden des Gongers für ein Jahr nach Indien verreiste, um dort nach einer Möglichkeit zu suchen, diesen für immer zu vernichten. Währenddessen verstirbt seine Freudin in seiner Heimat, nachdem sie vom Gonger in eine Falle gelockt wurde. Er kehrt in seine Heimat zurück, um dort festzustellen, dass die Bewohner ihm eine Mitschuld für die Morde anlasten. Zusammen mit einer Gruppe selbsternannter Geisterjäger nimmt er den Kampf gegen das Böse auf.

Eine Vision: Einer der Geisterjäger soll auf ein Brett treten. Ein Brett, das auf einem Gegenstand aufliegt und beim Auftritt eine Wippbewegung vollführt, durch die ein Messer in den Kopf des Opfers katapultiert wird. Aufgrund der Vorahnung kann der Tod jedoch verhindert werden, woraufhin ein Kronleuchter von der Decke fällt, eben jenes Brett trifft und das Messer rund 10 cm neben den Kopf eines anderen Geisterjägers in die Wand einschlägen lässt. Einer der Beteiligten stellt fest, dass das Szenario an "Final Destination" erinnert. Haben wir es hier mit einem weiteren Teil der amerikanischen Horror-Reihe zu tun? Ach wäre dem nur so....

Aber es handelt sich um die Prosieben-Produktion "Gonger 2", die nach dem beträchtlichen Quotenerfolg des Vorgängers nun realisiert und ausgestrahlt wurde. Und wie bei seinem Vorgänger, handelt es sich auch bei dieser TV-Produktion um einen enorm einfallslosen Verschnitt zahlreicher amerikanischer und auch japanischer Vorbilder, der zu keinem Zeitpunkt auf eigenen Beinen steht und durchweg an seiner Kalkulierbarkeit krankt.

So dürfte es niemanden überraschen, dass die tapferen Geisterjäger einer nach dem anderen frei nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip vom Gonger dahingerafft werden, der diesmal jedoch noch weniger furchterregend als im Vorgänger daherkommt und -ganz kindgerecht- auch die kleineren Zuschauer kaum beängstigen dürfte. Dabei bedient man sich munter aus dem Horrorbaukasten und liefert alles in allem das klischeehafte deutsche TV-Remake eines ganzen amerikanischen Genres.

Dabei ist die Story nicht nur einfallslos, sondern auch vollkommen hanebüchen, was die Macher nicht daran hindert, sich selbst recht ernst zu nehmen und weitestgehend ohne Eigenironie einen Mystery-Thriller zu präsentieren, der definitiv nicht ernst zu nehmen ist. Dabei spielt man hier und da mal offenkundig auf amerikanische Vorbilder und Kultfilme wie "Nightmare on Elm Street" oder "Ghost Busters" an, ohne dabei auch nur im Ansatz ein müdes Lächeln entlocken zu können. So scheitert das Projekt damit im Endeffekt vollends.

Darstellerisch wird dabei halbwegs Solides, aber nichts wirklich Gutes geboten und dies vom gesamten Cast. Einzig und allein der halbwegs soliden audiovisuellen Umsetzung merkt man gelegentlich an, dass das Projekt eigentlich recht weit oberhalb von Soap-Budgets angesiedelt ist und eigentlich besser sein könnte.

Fazit:

"Gonger 2" ist noch schlechter als sein Vorgänger und aus zahlreichen amerikanischen Vorbildern zusammengeschustert, womit er zu keinem Zeitpunkt überrascht und damit nicht einmal im Ansatz sehenswert ist.

21%

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