Chuck Norris hatte hier seine Glanzzeiten schon hinter sich und widmete sich mehr der Actionserie "Walker Texas Ranger". Auch war "Hellbound" einer der letzten Atemzüge der B-Actionschmiede Cannon. Menahem Golan und Yoram Globus mussten sich mit Dean Ferrandini noch einen dritten Mann ins Boot holen, um ihren kleinen Ausflug ins Genre Horror zu finanzieren. Für eine Kinoauswertung fehlte das Geld oder einfach nur der Wille, zudem kann man darüber streiten, ob "Hellbound" eine Kinoauswertung verdient hätte, meiner Meinung nach nicht. Herausgekommen ist leider nur ein durchschnittlicher Vertreter des Genres, der vom gewohnt suveränen Auftreten von Chuck Norris und seiner gekonnten Atmosphäre lebt. Aaron Norris (Platoon Leader, Top Dog) ist kein schlechter Regisseur, das beweisen allein "Delta Force 2" und "Hitman", doch er kämpft hier vergeblich gegen das lahme Drehbuch an. Aber seine abwechslungsreichen Sets kann er pompös in Szene setzen. Die Stadtkulisse Chicagos hat immer noch diesen 80er Jahre Touch, während Jerusalem mit seinen alten Bauten schon fast unheimlich wirkt. Ein wenig unpassend dagegen der Score von George S. Clinton. Man wünscht sich in vielen Sequenzen unheimliche Sounds, doch man trällert fröhliche Liedchen. Und da wäre noch ein Punkt, der mich gestört hat und der heisst Calvin Levels. Ich verstehe hier den Cast nicht, warum man unbedingt diese ständig quasselnde Vogelscheuche verpflichten musste. Levels kann Eddie Murphy Konkurrenz machen und seine Onliner sind alles andere als lustig. Da freut man sich, dass Haudegen Chuck Norris seine ruhige Art stets beibehält. Dank Levels funktioniert das Buddyduo Frank Shatter / Calvin Jackson nur bedingt.
Auf jeden Fall sind die Beiden hinter einem Jünger des Teufels, namens Prosatanus, her. Der plant mit Hilfe eines magischen Zepters die Widergeburt des Teufels. Durch Archäologin Leslie (Sheree J. Wilson) kommen die Cops dem dubiosen Professor Lockley (Christopher Neame) auf die Spur, der sich sehr für Prosatanus interessiert. "Hellbound" beginnt mit einem kleinen Rückblick ins Jahr 1186, die Zeit der Kreuzzüge, hier besiegt Prinz Löwenherz den Prosatanus und sperrt ihn in einem Steinsarg. Doch in den 50er Jahren wird er von zwei vertrottelden Grabräubern befreit. Aaron Norris spickt seine Horroraction mit ein paar Goreeffekten, aber die eigentliche Action kommt viel zu kurz. So darf Norris nur zweimal seine Kampfkünste unter Beweis stellen. Immerhin fallen die beiden Fights recht ausgiebig aus und wurden gut choreographiert. An der Kampfchoreographie wirkte auch Benny "The Jet" Urquidez mit. Doch ansonsten sieht es recht mau aus. Ein paar blutige Morde und Ende der Fahnenstange. Die Ermittlungen von Shatter und Jackson fallen zu umfangreich aus. So treten die üblichen Klischees zu Tage, wie Probleme mit der Polizei in Jerusalem, eine sich anbahnende Romanze zwischen Leslie und Frank, nebst dem jungen Taschendieb der bald zum Team gehört. Da hätte man lieber noch ein paar Kloppereien vom Stapel gelassen, oder sich um eine spannendere Story bemüht.
"Hellbound" bietet anspruchslose, leider auch spannungslose, Unterhaltung. Norris leistet gute Arbeit, überhaupt ist er der Hauptgrund, warum man sich dieses Filmchen genehmigt. Die Kulissen setzt Aaron Norris prächtig in Szene, die wenigen Actionszenen sind ihm auch gelungen. Man hätte hier sichtlich mehr rausholen können, allein wenn man den Actionanteil erhöht hätte.