Chucky Norris against the Mächte der Finsternis. So oder so ähnlich könnte man den Inhalt der fünften Zusammenarbeit mit Brüderchen Aaron beschreiben.
Richard Löwenherz gelingt es während der Kreuzzüge den Dämon Prosatanus in einen steinernen Sarg zu verbannen. Gleichzeitig zerstört er ein magisches Zepter mit dessen Hilfe dieser den Teufel erwecken wollte.
Jahrhunderte später wird der Dämon von Grabräubern befreit und macht sich auf die Suche nach den verschiedenen Teilen des Zepters, die überall auf der Welt an heiligen Orten versteckt sind, um sein Werk zu vollenden.
Als Prosatanus in Chicago einen israelischen Rabbi ermordet, schalten sich die Cops Shatter (Norris) und Jackson (Calvin Levels) in den Fall ein. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Leslie (Sheree J. Wilson) versuchen sie in Israel den Geschenissen auf den Grund zu gehen...
An sich ist Hellbound gar nicht mal so übel. Die Story ist vielleicht nicht so der Oberbringer (Shatter und Jackson brechen mal ebenso mir nix dir nix in ein israelisches Polizeirevier ein, Prosantanus macht aus irgendwelchen Gründen erst 40 Jahre nach seiner Erweckung trouble), aber der Film ist schön flott und teilweise auch recht spannend inszeniert. Norris spielt ganz anständig und auch die Wahl der Location ist gut gelungen, denn sowohl das dreckige nächtliche Chicago mit Zuhältern und Nutten, als auch das (etwas zu) orienntalische Israel wirken sich sehr positiv auf die Atmospähre aus.
Meckern muss man dann aber über den Genre-Mischmasch aus Krimi, Action, Buddy-Movie und Horror. Das ist zwar auch mal was anderes, allerdings für meinen Geschmack zu unausgegoren und der größte Schwachpunkt des Films.
Das Krimielement steht hierbei eindeutig im Vordergrund und macht den größten Teil der Handlung aus. Shatter und Jackson ermitteln in verschiedene Richtungen, haben zunächst keine Ahnung worum es eigentlich geht und müssen sich die Lösung des Falls Stück für Stück erarbeiten. Dazu gibt es noch die genretypischen Probleme mit den Vorgesetzten und auch die ausländische Polizei will natürlich nicht mit den Beiden zusammenarbeiten.
Action und Horror rücken dabei etwas in den Hintergrund, sind aber dennoch immer wieder präsent. Allerdings enttäuscht das Fehlen wirklich spektakulärer Actionszenen doch ein wenig (steht ja immerhin Cannon und Norris vorne drauf). Neben der Klopperei zu Beginn (die Kreuzritter lassen die Schwerter stecken und prügeln sich lieber in ihren schweren Rüstungen) gibt es eigentlich nur noch zwei mal ernsthaft auf die Fresse und geschossen wird so gut wie gar nicht. Trotzdem ist das Gezeigte Cannon-Typisch gut inszeniert und choreographiert.
Die Horrorelemente wirken ebenfalls etwas halbgar. Christopher Neame sieht zwar wirklich dämonisch aus, reist Herzen aus menschlichen Körpern und immer wieder flackern Kerzen im Dunkeln, aber Horroratmospähre kommt trotzdem so gut wie nie auf. Das liegt vor allem an Shatters Sidekick Jackson (wieso heißen eigentlich bloß immer alle Schwarzen so). Der kloppt einen blöden Spruch nach dem nächsten und so fühlt man sich fast die ganze Zeit über eher in einem Buddy-Movie aller 48 Hrs. (erst recht, wenn dann auch noch einer kleiner Taschendieb ins Team aufgenommen wird), als in einem Horrorfilm.
Deshalb bleibt dann auch nur ein bunter Mix verschiedener Elemente, die zwar alle sehr solide in Szene gesetzt sind, aber in dieser Dosierung nicht recht zusammen passen wollen.
Unter derm Strich ist Hellbound ein durchschnittlicher Norris Film, bei dem auf jedenfall mehr drin gewesen wäre, hätte man sich von vorneherein auf ein Genre festgelegt. Gute Ansätze sind nämlich durchaus vorhanden, aber so ist das Ganze dann leider etwas verschenkt. (5/10)