Review

Als Cannon schon aus dem letzten Höllenloch pfiff… 

Zum traurigen Todestag der Legende Chuck Norris habe ich mir diesen 90er-Action-Horror-Trash-Hybriden gegeben, der offiziell letzte Film von Cannon und einen der wenigen mir bis dato unbekannten „Chuck Norris'ler“. Doch einen Gefallen habe ich damit wohl weder mir noch dem Verstorbenen und Verehrten getan… Wenn in „Hellbound“ (nicht zu verwechseln mit dem zweiten „Hellraiser“!) zwei Cops aus Chicago in einer Mordserie ermitteln und sich alsbald einem alten Dämonen gegenübersehen…

Trash Hour

Arnie machte zur Jahrtausendwende den sehr soliden „End of Days“, Lundgren vorher den miserablen „The Minion“ - doch der gute Chuck Norris kam den Beiden deutlich zuvor, wenn er in „Hellbound“ schon 1994 - im letzten Cannon-Film überhaupt! - gegen einen Oberdämon aus der Hölle antritt. Und diesem selbstredend in den Arsch tritt… Was „Hellbound“ jedoch auch nicht wirklich aus dem Höllenschlund der B-Movies hebt. Chuck hat seine Momente, die Chemie mit seinem gegensätzlichen Partner passt, es gibt einige unfreiwillig komische und käsige Momente. Allein schon das „Star Wars“-Intro hat mich mehrfach hysterisch lachen und mit dem Kopf schütteln lassen. Und ein paar urbane Vibes und lässige Beats lassen zumindest etwas Cannon- und 80s-Flair aufkommen, jedoch schon sehr gedimmt und entfremdet, billig und blöde. Der Darsteller des teuflischen Bösewichts macht das zumindest noch schön drüber und lächerlich. Hier eher im positiven Sinne angerechnet. Doch richtig retten tut nichts von all dem den Film. „Hellbound“ bleibt diabolisch träge und dumm, unansehnlich und unausstehlich. Ein fraglos schlechter Film, der gerade in der zweiten Hälfte - trotz toller israelisch-italienischer Riviera! - längst aufgegeben hat das Ruder rumzureißen. Konfus, lächerlich, platt, hässlich. Sowohl Schauwerte als auch Talente fehlen und versanden komplett. Ich hoffe, dass der gute Chuck nun (eventuell mit seinem Kumpel Bruce) in echt mehr Spaß dabei hat Dämonen, (B)Engeln und Teufeln den Po zu versohlen und zu zeigen, warum er diesseits zur Legende wurde… Ein „Hellbound“ hat dazu allerdings relativ wenig beigetragen. 

(K)Ein Chuck Norris-Witz

Fazit: Ziemlich krötiges Norris-Cannon-Apokalypsen-Vehikel, das wenn überhaupt mit unfreiwilliger Komik und Trashappeal „glänzt“. Da waren sowohl Norris als auch Cannon leider schon längst auf dem absteigenden Ast. Oder eher schon ganz nah am Boden… 

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