Die kleine Ana (Cassandra Forêt) will mehr erfahren über den Tod und die geheimen Spiele der Erwachsenen – sehr zum Missfallen ihrer Eltern, die sie von allem Beunruhigenden fernhalten wollen. Selbst als sie zu einer jungen Frau (Charlotte Eugène Guibeaud) gereift ist, darf sie keinen Kontakt zu Männern aufnehmen. Als Erwachsene (Marie Bos) kehrt sie schließlich in das inzwischen verlassene Haus ihrer Kindheit zurück, um sich ihrer gestörten Persönlichkeit zu stellen…
Ein ebenso angestrengter wie anstrengender Bilderbogen, der keine Handlung im klassischen Sinne erzählt, sondern verschiedene Stadien einer missglückten Frauwerdung zu illustrieren versucht. Mit nicht enden wollenden Nahaufnahmen von Augen, Klingen, Lederhandschuhen und anderen modischen Details aus dem Stilrepertoire des Giallo bebildert der Film die Fehlentwicklung der Hauptfigur, spreizt Augenblicke der Irritation bis ins Unendliche, fetischisiert jede noch so geringfügige Episode aus ihrem Leben zu einem absurd übersteigerten Ausbruch der Sinne und spekuliert dabei ganz offensichtlich auf den Applaus der Giallo-Kenner, die angesichts der deplatzierten und reichlich überstrapazierten Bilder und Klänge rasch müde abwinken dürften. Die Originalmusikstücke, die der Film seinen Vorbildern entlehnt, rufen sehr viel gelungenere Arbeiten in Erinnerung, in denen Inszenierung und Erzählabsicht eine organische Einheit bilden, eine Qualität, von der „Amer“ meilenweit entfernt ist.