Das achte Wunderland ist eine Art virtueller Staat, dessen Mitglieder über die ganze Welt verteilt sind und es sich zum Ziel erklärt haben, ihren Planeten sicherer, gerechter, kurz um: besser zu gestalten. Zwar stimmen die Mitglieder ihre anfangs eher harmlosen Aktionen für eine bessere Welt demokratisch ab, doch dann wird es sehr schnell sehr gefährlich, weil die Einwohner ihre eigenen Regeln aufstellen und sich über die Gesetzgebungen anderer Staaten hinwegsetzen, indem sie z.B. einen Diktator liquidieren.
Welche Filme sind nicht nur die schlechtesten, sondern auch die ärgerlichsten? Billig produzierter Trash von Seagal und Norris, teure, aber schlechte rein kommerziell motivierten Produkte wie "Twilight" oder dämlicher, infantiler filmischer Abschaum wie "Date Movie" oder "Scary Movie 2"? Nein, sondern Filme, die mit billigsten Mitteln gemacht sind, den eigenen Ansprüchen durchweg hinterherhinken und den Schund, den sie liefern künstlich aufbauschen, sodass man fast meinen könnte, die Macher seien der Auffassung, ein bedeutsames Werk geschaffen zu haben. Und "8th Wonderland" gehört genau zu diesen Produkten.
Die Idee rund um den Internet-Staat ist im Grunde gar nicht mal so schlecht und vermutlich hätten Christopher Nolan, David Fincher oder die Wachowskis auch etwas daraus gemacht, doch nicht Jean Mach und Nicolas Alberny, die für dieses filmische Abfallprodukt verantwortlich sind. Zunächst ist die Story vollkommen unglaubwürdig. Dies ist im Großen und Ganzen der Fall, weil der Internetstaat unglaublich konstruiert wirkt und die großen Wellen, die das Projekt binnen kürzester Zeit schlägt ebenfalls nicht einmal im Ansatz im Bereich des Denkbaren liegen. Spätestens zum Ende hin wird der Plot absolut konfus, die Macher wissen, genauso, wie die Mitglieder des Wunderlands, nicht einmal mehr im Ansatz, wo sie eigentlich hinwollen und am Ende kommt man dann zum denkbar dümmsten Abgang und macht einfach das neunte Wunderland auf, weil sich die Menschen genauso verhalten, wie die immer mal wieder (warum auch immer) eingeblendeten Kakerlaken.
Fast noch ärgerlicher als die Tatsache, dass das Projekt durchweg schlecht gedacht und dargestellt ist, sind die zahlreichen Einzelfehler, die sich andauernd summieren. Warum sind die weltweiten Polizeibehörden, die unter Hochdruck an der Sache arbeiten nicht dazu imstande die Community zu hacken, die mehrere Millionen Mitglieder hat, aber scheinbar keine einzige Schwachstelle? Wie kommen die “Wunderländer“ eigentlich in die Katakomben des Vatikans, mal eben in die Nähe sämtlicher Präsidententöchter und dazu noch an einen Diktator, den sie sogar töten können, obwohl sie letztlich nur die Mitglieder einer blöden Community sind? In seiner Konstruktion ist "8th Wonderland" also in keiner Weise durchdacht und sieht nicht danach aus, als stamme er von denkenden Menschen.
Aber der Dilettantismus der Macher geht über die Konstruktion ihrer Geschichte weit hinaus, kennt im Grunde keine Grenzen. So wird auch erzählerisch im Grunde überhaupt keine Arbeit geleistet, vielmehr werden die Dialoge aus der Community und ein paar Presseberichte über das achte Wunderland inspirations-, ideen- und sinnlos aneinandergereiht, wobei man dem Film sein niedriges Budget vor allem an den miesen Darstellern durchweg ansieht. Was bleibt sind ein paar ganz nette Bilder aus dem Cyberspace, die sich jedoch aufgrund der andauernden Verwendung sehr schnell erschöpfen. Man glaubt es kaum, dass es die Macher mit diesem Schwachsinn tatsächlich ernst meinen. Für den Ansatz eines Unterhaltungswerts, sprich für eine wie auch immer geartete Beteiligung des Zuschauers am Geschehen fehlt zudem ein Protagonist. Zu sehen sind nur ein paar Internet-Idioten, die kaum überlegter und strukturierter als die RAF vorgehen.
Fazit:
"8th Wonderland" kann wohl allerhöchstens von seinen dilettantischen Machern ernst genommen werden, die vermutlich wirklich glauben, eine nachdenklich stimmende Utopie rund um die Netz-Generation geschaffen zu haben. Aber ihr Werk ist letztlich ein Film aus der untersten Schublade, unglaubwürdig, lückenhaft und konfus konstruiert, holprig und langweilig erzählt und dann auch noch schlecht inszeniert. Bitte nicht ansehen.
8%