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Terence Young, Regisseur einiger Bond-Filme aus den frühen 60er Jahren, inszenierte Ende der 70er mit einem internationalen Staraufgebot einen Roman von "Hart aber herzlich"-Serienerfinder Sidney Sheldon und heraus gekommen ist nichts weiter als eine teilweise wie Trash anmutende Seifenoper aus der Welt des Jet Set, der Schönen und Reichen.

"Blutspur" - eindrucksvoll untermalt mit einer wunderbaren Komposition von Ennio Morricone - bietet fast zwei Stunden lang Trivialunterhaltung im Stil von "Dallas" und "Denver-Clan" und somit jede Menge familiärer Intrigen, Liebe und Hass im Umfeld eines riesigen pharmazeutischen Unternehmens.

Terence Young inszenierte seinen Intrigenstadl mit so vielen Klischees wie namhafte Darsteller auf der Besetzungsliste stehen. Eine raffinierte Erzählstruktur ist weit und breit nicht erkennbar, die Handlung ist relativ einfach gehalten und bietet neben internationalen Schauplätzen auch noch Rückblenden, die "Blutspur" unnötig in die Länge ziehen und mit den gegenwärtigen Geschehnissen nichts zu tun haben.

Wie man es aus den Katastrophenfilmen der 70er Jahre kennt, werden auch hier die üblichen Verdächtigen für die späteren Mordanschläge schön der Reihe nach präsentiert und das Motiv ist jedem Beteiligten ins Gesicht geschrieben: Habsucht! Sei es um mit dem Geld die Spielsucht einer vernachlässigten Ehefrau zu bezahlen oder eine Geliebte zum Schweigen zu bringen.

Die hochkarätige Besetzung ist in den stereotypen Rollen mehr oder weniger schlecht aufgehoben, vor allem Maurice Ronet und Ben Gazzara hätten ihre Figuren untereinander tauschen sollen, denn Gazzara als Womanizer, dem alle Frauenherzen zu Füßen liegen, ist genauso unglaubwürdig wie Romy Schneider als Formel-1-Pilotin.

Audrey Hepburn und Gert Fröbe sind dagegen in ihren Parts sehr gut aufgehoben und spielen die Millionenerbin und den Inspektor mit viel Enthusiasmus und Verve, obwohl gerade der von Fröbe verkörperte Polizist die unglaubwürdigste Rolle des gesamten Films darstellt. Ermittlungsarbeit steht hier weniger im Vordergrund, stattdessen entlarven sprechende Computer den Übeltäter im Familienimperium. Und da der Inspektor mit der geldgierigen Sippschaft bestens vertraut ist, darf er seine Zuständigkeiten erweitern und in einer Reihe von Snuff-Morden ermitteln. In welchem Zusammenhang die Herstellung dieser Pornofilme mit den Anschlägen auf Audrey Hepburn im Verlauf der Handlung stehen bleibt unbeantwortet.

Die Auflösung des Spektakels kommt abrupt und ist  unbefriedigend und trotz des einfachen Handlungsaufbaus wird am Ende des Films der Zuschauer aufgefordert, die Fäden der familiären Verschwörung selbst zu entwirren.

Jede "Hart aber herzlich"-Folge ist raffinierter und temporeicher inszeniert und doch bietet "Blutspur" bei allen Klischees, Kitsch und dem Hang zum trashig-trivialen Schmierentheater uneingeschränktes Unterhaltungspotential, das diesen Thriller weit über den Durchschnitt ansiedelt.

7 von 10 Punkte!

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