Review

Haltestellenalptraumdilemma

Wer meine Reviews schon etwas länger verfolgt, weiß, dass ich schon ewig ein großer Verfechter von Horroranthologien bin. Mittlerweile dermaßen, dass es (sogar mehr als bei Slashern) fast schwer wird, noch welche zu finden, die ich nicht kenne - egal welches Niveau. Da kam „Chillers“ gestern Abend genau recht und belehrte mich eines Besseren - es gibt sie noch, die Horrorcompilations, die was taugen und die ich noch nie unter der Nase hatte. Zumindest bei gezügelten Erwartungen. „Chillers“ erzählt von mehreren Busreisenden, die in einer dunklen Nacht an einem verlassenen Busbahnhof von ihren größten Ängsten und gruseligsten Geschichten träumen, erzählen und fabulieren…

Wahrer HorroromniBUS

Oft bewerte und kritisiere, nenne und beschreibe ich bei Horroranthologien die einzelnen Kapitel und Kurzgeschichten. Bei „Chillers“ lohnt sich das kaum. Zu viele Klischees und Unbesonderheiten sind hier versammelt. Dass das Gesamtergebnis dann doch mehr als die Summe seiner Teile ist, spricht fast nochmal extra für diese eher unbekannte, geheimtippige und gar nicht mal allzu trashige Troma(!)-Produktion. Es gibt Untote im Schwimmbad und Killer im Sonmercamp, Klischees und Kreatives gleichermaßen. Alles auf sehr geerdetem und bescheidenem Niveau. Was die ganze Chose fast noch sympathischer macht. Es gibt Gore und Comedy, Grusel und Splatter, das Tempo lässt nicht nach und die Geschichten sowie Gesamtlänge sind kurz genug, um keine lahmen Sequenzen zu dulden. Das hat mich überrascht und sehr gut unterhalten. Ich bin wie gesagt aber auch genau die Zielgruppe. Und heute scheinbar nicht allzu streng. Und etwas mit Whiskey beschwichtigt. Dennoch: ich habe das Gefühl, dass „Chillers“ eine solide Wertung, auch nüchtern und objektiver, verdient hat. Wenn man denn keine craven'schen oder carpenter'esken Qualitäten und Tricks im Ärmel erwartet. 

Fazit: für Fans von Horroranthologien und -Kurzfilmen absolut lohnenswertes Busticket - wenn man TV-Niveau abkann und in der richtigen Stimmung ist. Etwas underrated, denke ich. Für hartgesottenere Anhänger der „Twilight Zone“ oder der „Tales From The Crypt“. Flott, stimmig und abwechslungsreich. Jedoch sehr low-budget. Aber er macht was aus seinen Unzulänglichkeiten. 

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