Der taffe Cop O’Brian (Chuck Norris) bringt den psychopatischer Frauenmörder Simon Moon zur Strecke. Jahre später: O’Brian ist schwer traumatisiert, aber auf dem Wege der Besserung, was man wohl am besten daran erkennt, dass seine Therapeutin ein Kind von ihm erwartet. Als Simon Moon aus der Irrenanstalt ausbricht, schallen bei O’Brian die Alarmglocken an…
Inmitten seiner größten Erfolge (MISSING IN ACTION, DELTA FORCE) bietet HERO nur einen schummrigen Abglanz dessen, was man üblicherweise unter ordentlicher Chuck-Norris-Action verstand. Norris mimt hier den gebrochenen „Helden“ (wie der Titel so schön sagt), der sich mit Bankdrücken und Muskelschau von seinen wiederkehrenden Albträumen von Psychokiller Moon ablenkt. Norris trägt XXL-Sonnenbrille, Vollbart und eine Frisur nicht ganz so schlimm wie in HITMAN. Er vermöbelt Zeitungskästen und fällt in Ohnmacht, als bei seiner Frau die Wehen einsetzen.
Der Plot erinnert an einen anderen Chuck-Norris-Film, nämlich an den ein paar Jährchen älteren DAS STUMME UNGEHEUER. Beide Male ist Norris einem Psychopathen auf der Spur. Der Killer in HERO ist ein stummer Irrer (noch wortkarger als Norris), der seine meist weiblichen Opfer stets über den Jordan befördert, indem er ihnen das Genick umdreht. Das klingt nach wenig Abwechslung in Punkto Todesarten. Leider fällt auch der Rest des Films nicht sonderlich einfallsreicher aus. Zu Beginn hält Chuck „The Holzfäller“ Norris allein durch seine verschrobene Art bei Laune, aber ab der Mitte lädt der Streifen echt zum Sekundenschlaf ein. Da passiert im Grunde rein gar nichts, außer dass die Polenten den entsprungenen Psycho sucht, aber nicht findet. Gähn! Keine Ballereien, keine Macho-Allüren, nur ganz wenig flapsige Sprüche. Dafür seichtes Beziehungs-Blabla mit Chuck und seiner Therapeutin. Gähn!² Der Showdown ist dann sozusagen auch gleich der Höhepunkt der Langeweile, aber als Zuschauer ist man danach wenigstens erlöst.
Neben dem fast 50-jährigen Chuck Norris trifft man auf bekannte 80er-Jahre-Nasen, wie z.B. Billy Drago (Bösewicht in DELTA FORCE 2), Steve James (Dudikoffs treuer Partner in AMERICAN FIGHTER 1+2 und AVENGING FORCE) und den „echten Indianer“ Branscombe Richmond (Renos Partner Bobby in RENEGADE). Angesichts des Aufgebots der damaligen Action-Koryphäen James und Richmond hätte wirklich mehr Action drin sein müssen.
Vollbart: (+)(+)(-)(-)(-)
Sonnenbrille: (+)(+)(+)(-)(-)
Roundhousekick: wird 1x vollführt
„Irgendwas stinkt hier, Alter! Die beiden Typen da drüben im Auto! Ich sag dir, das sind entweder Cops oder Schwule. Ich hoffe nur Schwule.“
Fazit:
Lahmer Thriller, der allein durch die Präsenz von Chuck Norris ein wenig unterhält. Ansonsten aber überaus unheroisch.