Review

Vor drei Jahren gelang es dem Cop Danny O’Brien mit knapper Müh und Not, den irren Frauenkiller Simon Moon in dessen mit Leichen ausstaffierten Unterschlupf zu stellen und dingfest zu machen. Bei den Kollegen und der Presse hat O’Brien seitdem den Spitznamen "Hero" weg... sehr zum Unmut des Polizisten übrigens, der auch heute noch unter dieser traumatischen Erfahrung leidet und die ganze Angelegenheit am liebsten einfach vergessen würde. Ein wenig Ruhe und Frieden sind Danny und seiner hochschwangeren Freundin Kay allerdings nicht vergönnt, denn Moon ist just die Flucht aus der psychiatrischen Anstalt geglückt, in die man ihn damals verfrachtet hatte. Der Psychopath findet prompt Zuflucht in einem frisch renovierten Theater-Gebäude und bald schon gehen neue Opfer auf sein Konto, denen nach altbekannter Manier mit bloßen Händen das Genick gebrochen wurde. O’Brien erkennt die Handschrift des wahnsinnigen Mörders natürlich sofort wieder. Nach ein paar weiteren Toten kommt es schließlich zum erneuten Zusammentreffen zwischen dem hünenhaften Simon Moon und dem "Supercop"... Sechs Jahre nach "Das Stumme Ungeheuer" hat es Karate-Ass Chuck Norris wiederum in einen Zwitter-Streifen verschlagen, der das typische Action-Gebalge ganz ungeniert mit einigen, wenn schon nicht direkt dem Horror- , dann doch zumindest recht eindeutig dem Psycho-Thriller-Sujet entliehenen Motiven vermixt... offenbar, um mit der daraus entstandenen Melange eine etwas breitere Zielgruppe anzusprechen, die nicht nur auf Norris‘ Haudrauf-Spektakel abfährt. Die von dem hiesigen Verleih vorgenommene Umbenennung des doch recht ominös-düsteren Originaltitels "Hero and the Terror" hin zum wesentlich generisch-reißerischeren "Hero - Der Supercop" sollte dann wohl sicherstellen, dass die alteingesessene Klientel nicht vollends im Regen stehen gelassen wird. Nun ja, sei es wie es will, der aus den unterschiedlichen Versatzstücken der Handlung zusammengepuzzelte Genre-Mischmasch von William Tannens Streifen sieht sich wiederum eher unbefriedigend an, weswegen die Chose insgesamt betrachtet leider nur als unbedeutend abzutun ist. Wo "Das Stumme Ungeheuer" noch mit Bausteinen aus der "Frankenstein"-Kiste rumgespielt hat, bedient sich das Autoren-Gespann Dennis Shryack und Michael Blodgett (der hier übrigens eine eigene Roman-Vorlage zu einem Drehbuch adaptiert hat) für seinen "Hero - Der Supercop" augenscheinlich und sehr, sehr ausgiebig bei John Carpenters Slasher-Klassiker "Halloween - Die Nacht des Grauens". Die Parallelen zwischen Simon Moon und der Killer-Ikone Michael Myers sind einfach nicht zu übersehen, ist erstgenannter doch ebenfalls wortkarg, emotional verkrüppelt und in den entscheidenden Momenten praktisch unverwundbar... und so sollte man dann auch der Meinung sein, dass dieser einen passenden Gegenspieler für den Action-Star Norris, der bislang ja schon mit ganz anderen Widersachern fertig geworden ist (und in seinen "Missing in Action"-Filmen sogar noch nachträglich Rambo-like den Vietnam-Krieg im Alleingang gewonnen hat), abgeben würde. Dem ist jedoch leider nicht so, denn Ex-Boxer Jack O’Halloran mag zwar unter reinweg physischen Gesichtspunkten betrachtet eine recht imposante Erscheinung sein, den bereits im Skript schon arg eindimensional angelegten Massenmörder-Part mimt er jedoch ohne jedwedes Charisma leider nur als x-beliebigen, tumben Idioten. Das Duell zwischen Moon und dem "Supercop", auf das man eh bis zum Schluss warten muss, gestaltet sich demnach leider recht fade und langweilig… schade, Chance vertan. Spannungs-technisch köchelt der Streifen durch den Umstand, dass um die Identität des Killers kein Geheimnis gemacht wird und man bereits während der Anfangs-Titel einen guten Blick auf ebendiesen werfen kann, erwartungsgemäß auf kleiner Flamme. Eine stärkere Fokussierung auf den Serienmörder-Aspekt der Geschichte hätte da eventuell noch ein wenig Abhilfe schaffen und das Ganze etwas aufwerten (und somit auch für ein Genre-Publikum sehenswerter machen) können, dieser geht allerdings inmitten der ziemlich breit ausgewalzten Nebenhandlung, die sich um O’Briens Privatleben und seine schwangere Freundin dreht, regelrecht unter. Den in aller Ausführlichkeit abgehandelten Human-Interesst-Kram empfindet man hier doch als ziemlich fehl am Platz, zumal das immer wieder mal grob dazwischen montierte romantische Geplänkel das eh schon eher gemächliche Erzähl-Tempo nur noch zusätzlich ausbremst. Leider hat es Regisseur Tannen versäumt, der allzeit vorherrschenden Schmalzigkeit ein paar echte Schauwerte entgegenzusetzen, denn die blutleeren Morde mit ihren popeligen Genickbrüchen machen nicht viel her, und selbst der Hauptdarsteller erhält nur in ganz wenigen Kampf-Szenen die Chance, sich ein wenig mit seinen Martial-Arts-Fähigkeiten zu profilieren... und das, obwohl Norris physisch immer noch gut in Schuss ist. Lediglich das Rooftop-Finale ist tatsächlich genregerecht inszeniert und wenn einer der beiden Kontrahenten ganz absehbar den Weg durchs Dachfenster nach unten antritt (ein kleiner Tipp: Der "Supercop" isses nicht), kommt schlussendlich doch noch ein bisschen Stimmung auf. So verbleibt letztendlich ein zwiespältiger Eindruck, den man von diesem unentschlossenen Star-Vehikel gewinnt, das zwar anfänglich noch als reiner Cop-Thriller beginnt, in der Folgezeit aber irgendwie ziellos zwischen Karate-Klopper, Horrorfilm UND Liebesschnulze hin und her mäandert... und mit dem sich Chuck Norris folglich auch nicht wirklich einen Gefallen getan hat. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nun ja...

4/10

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