Jim Douglass (Gregory Peck) reitet nur aus einem einzigen Grund nach Rio Arriba: Er will der Hinrichtung von vier verurteilten Verbrechern (u.a. Henry Silva, Lee van Cleef) beiwohnen, von denen er überzeugt ist, daß sie seine Frau geschändet und ermordet haben. In der Nacht vor der Vollstreckung gelingt ihnen jedoch die Flucht. Zusammen mit ein paar anderen Männern nimmt Douglass die Verfolgung auf und kann einen nach dem anderen stellen, wobei er seinen Rachegelüsten dabei freien Lauf läßt.
Was Henry King hier 1958 gedreht hat, liest sich nicht nur so, es nimmt tatsächlich auch die Struktur gängiger Italo-Western voweg. Mit dem entscheidenden Unterschied, daß hier natürlich auf skurrile Mätzchen verzichtet wird, wie man sie gemeinhin in den Western südeuropäischer Prägung vorfindet, und das Ganze somit sehr viel ernsthafter und düsterer daherkommt.
Erstaunlich brutal ist auch das Vorgehen Jim Douglass´, etwa wenn er kaltblütig einen der wehrlos vor ihm liegenden Banditen tötet, auch wenn dieser jammernd seine Unschuld beteuert.
Gregory Peck steht die Rolle des Rächers ausgesprochen gut, auch Joan Collins als seine frühere Geliebte Josefa ist passend besetzt.
Die Musik stammt von Alfred Newman und Hugo Friedhofer (nicht, wie im Vorspann fälschlicherweise angegeben von Lionel Newman, der lediglich die Aufnahmen überwacht hat), und enthält ein marschähnliches Hauptthema, das zu den mitreißendsten Western-Themen überhaupt gezählt werden muß.
Alles in allem, ein schnörkellos inszenierter, sehr unterhaltsamer Rache-Western, der gegen Ende eine unerwartete und ungewöhnliche Wendung bereithält, die Peck als gebrochenen Helden zurückläßt.
An dieser Stelle sei auch auf den einige Jahre zuvor entstandenen Henry-King-Western Der Scharfschütze hingewiesen, in dem Peck ebenfalls an seinem eigenen Heldentum zu zerbrechen droht (lange bevor ein solches Verhalten von Western-Helden überhaupt in Mode kam)