Ein Jahrhundertsturm steht der kleinen Stadt Little Tall bevor.
Allerdings wird es nicht nur bei dem Sturm bleiben, der die Stadt heimsucht. Passend zum Jahrhundertereignis trifft ein Fremder ein, der nichts besseres zu tun hat als ins nächste Haus zu spazieren, um dort eine ältere Frau zu erschlagen. Schon bald merken der Sheriff und seine Gehilfen, dass der am Tatort sitzende nicht mit anderen ihnen bekannten Mördern vergleichbar ist. Dieser hat nämlich die Begabung alles über andere Menschen zu wissen und diese ohne sein physisches Zutun umzubringen.
Bis der Zuschauer sich über diese Fakten im Klaren ist, dauert es grob dreißig Minuten.
Bis man endlich erfährt, warum dieser Fremde nach Little Tall gekommen ist und warum er wahllos Menschen tötet, weitere zwei Stunden. Nach etwa vier Stunden ist "Der Sturm des Jahrhunderts" endlich vorbei und man ist ein wenig schlauer.
Stephen King hat diesmal gleich ein Drehbuch für diese TV-Miniserie geschrieben und nicht erst einen Roman über seine Geschichte vom Teufel, der in Menschengestalt eine kleine Stadt heimsucht. Vermutlich auch deshalb, da man diesen Roman schon mit "In einer kleinen Stadt - Needful Things" in den Händen halten kann. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass King mittlerweile einen Großteil seiner Munition verschossen hat. Auch wenn es ihm schon oft schwergefallen ist, macht er es leider immer wieder: King versucht immer seine Geschichten bis auf die letzten aufgeworfenen Fragen zu lösen. Und darin scheitert er hier kläglich. Man bemerkt den Bruch, wo plötzlich die eigentlich spannende Inszenierung einer Erklärung für die letzten zwei oder drei Stunden weichen muss. Hinzu kommt, dass ein unglaublich vorhersehbares Ende folgt, das sich zu allem Überfluss auch noch endlos in die Länge zieht.
Richtig schlau hat man es mit den Video-Kassetten dieses Filmes gemacht. Der erste der zwei Teile geht nur etwa eineinhalb Stunden und ist nicht soo schlecht. Die zweite Kassette schießt mit 2 Stunden und vierzig Minuten dann aber den Vogel ab. Jedem, der bei dem Ende nicht einpennt, gratuliere ich ganz herzlich. Dafür braucht man nämlich wirklich Ausdauer oder viele, viele Tassen starken Kaffee.