In einer britischen Erziehungsanstalt werden die jugendlichen Insassen von den sadistischen Wärtern gequält, was von niederen Aufgaben bis hin zu Schlägen reicht. Außerdem werden die Jungs wegen Nichtigkeiten wochenlang in Einzelzellen eingesperrt Auch innerhalb der Teens eskaliert die Situation ständig, da praktisch täglich Machtkämpfe ausgetragen werden: Die Schwachen unterliegen, die Starken siegen. Carlin ist ein Frischling und wird anfangs vom „Daddy" verdroschen. Das ist der Titel für den internen jugendlichen Anführer der Anstalt. Doch der beginnt sich zur Wehr zu setzen und übernimmt schnell das Kommando. Als es zu einem Selbstmord kommt, gerät die Situation endgültig außer Kontrolle.
„Scum" war wohl damals als Fernsehfilm geplant und nie gesendet worden. Wenn man sich die 93 Minuten angesehen hat, kann man das auch durchaus nachvollziehen. Festzuhalten ist nämlich, dass der Streifen (insbesondere, wenn man bedenkt, in welchem Jahr er entstanden ist) ziemlich heftig zur Sache geht. Dazu kommt, dass er unverhohlen brutale Kritik am britischen Rechtssystem übt, was den damaligen BBC-Verantwortlichen wohl nicht ganz geheuer war.
Jetzt erscheint „Abschaum", der sich im Laufe der Jahre wohl zum Kultfilm gemausert hat, endlich auch in Deutschland. Zu hohe Erwartungen sollte man vor allem in Sachen Bildqualität nicht haben, die ist nämlich ziemlich milchig, und natürlich gibt's hier auch keinen 5.1-Ton, der aber auch nicht notwendig oder entscheidend ist.
Der Film beinhaltet schon recht heftige Gewaltdarstellungen, und insbesondere die Vergewaltigungsszene ist schon recht derbe inszeniert. Heutzutage würde man einen Film zwar ähnlich drehen, doch für einen Film aus dem Jahr 1979 ist „Abschaum" erschreckend konsequent.
Hier wird schonungslos aufgezeigt, wie es in britischen „Besserungsanstalten" zugeht. Die jugendlichen Insassen haben praktisch keine Möglichkeit sich zu bessern oder eine Persönlichkeit zu entwickeln, da ihnen von Seiten der Wärter ja täglich die Gewalt vorgelebt wird.
Allerdings endet der Streifen sehr plötzlich und an einer vollkommen überraschenden Stelle. Was damit bezweckt werden soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Über eine Kürzung des Films ist mir jedenfalls nichts bekannt.
Wen es nicht stört, das die Kulissen und Klamotten heutzutage schon etwas befremdlich wirken und man dem Film auch deutlich ansieht, das er aus Großbritannien stammt, sollte sich „Scum" ruhig mal ansehen. Die FSK18-Freigabe scheint mir jedoch etwas übertrieben, denn heutzutage sind die Jugendlichen aus dem Fernsehen schon ganz andere Sachen gewohnt.
7 Punkte