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Erneut bestätigen sich Vorurteile, wenn ein amerikanischer Horrorfilm erst vier Jahre nach der Produktion einen deutschen Verleih findet und den Vorgänger dieses Sequels kaum jemand zu kennen scheint. Regisseur und Autor Craig McMahon hat die technischen Belange zwar nahezu allein gestemmt, doch das schwache Drehbuch lässt sich dadurch nicht rechtfertigen.

Cade und Jess haben ein heruntergekommenes Gelände in Arizona gekauft, um nach dem Bau einer Schnellstraße ein wenig Kohle zu verdienen. Sie ahnen jedoch nicht, dass sich hier bereits einige Morde zugetragen haben und der Drahtzieher Dan nur darauf lauert, Cade zu seinem tödlichen Werkzeug zu machen...

Die schäbig maroden Sets könnten aus jedem besseren Backwood-Slasher stammen, - da hat McMahon durchaus ein sicheres Händchen für eine dreckige Grundatmosphäre bewiesen.
Die Hauptfiguren führt man jedoch üblicherweise nicht mit etwas Softcore und nackter Haut ein, während Hintergrundinformationen zum dicken Dan überhaupt nicht preisgegeben werden. Sein Druckmittel gegenüber Cade ist zwar nachvollziehbar, doch im Grunde sitzt der Kerl nur vor seinem Monitor, an den diverse Überwachungskameras gekoppelt sind, denn ein Motiv außer reinem sadistischen Voyeurismus ist da nicht auszumachen.

Die Wandlung von Cade ist hingegen gelungen, denn aus dem unscheinbaren Typen wird nach dem gewalttätigen Besuch dreier Rednecks eine Art Kampfroboter, der sein entstelltes Gesicht mit Metall ummantelt, in welches ein blaues Licht eingearbeitet ist, damit Cades starrem Blick zumindest etwas Bedrohliches mitschwingt. Seine Taten sind indes komplett vorhersehbar, denn nach und nach schaut ein wenig Kanonenfutter auf dem Gelände vorbei, - die Folgen kann man sich entsprechend ausmalen.

Nur leider setzt McMahon dabei entweder nicht so sehr auf explizite Gewalt oder die FSK hat ausnahmsweise eher unauffällig operiert, was allerdings so gut wie nie vorkommt. Neben einem eingeklemmten Arm gibt es zwei blutige Schwerthiebe, einen Bohrer im Oberschenkel und jemand landet unsanft auf Nägeln, wobei die wenigen Effekte immerhin ordentlich umgesetzt sind und auch das Make-up recht passabel ausfällt.

Allerdings stellt sich auf inhaltlicher Ebene die Frage, was es mit den Geisterfratzen Getöteter auf sich hat, welche ab und an die Besucher erschrecken, denn diese verschwinden gegen Ende komplett und werden genauso wenig hinterfragt wie das irrationale Verhalten der letzten potentiellen Opfer während des Showdowns, welche nahezu jede Gelegenheit zur Gegenwehr verstreichen lassen. Das Finale intensiviert zwar ein wenig die düstere Grundstimmung, doch herausreißen kann es nicht mehr viel.

Prinzipiell hätte sich aus der simplen Prämisse mehr Mitfiebern und Kreativität ergeben können, doch die unsichere Kamera, die schwachen Mimen und primär die eindimensionale Story ohne einschneidende Höhepunkte dürften selbst beim unbedarften Horrorfan kaum Interesse wecken.
3,5 von 10

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