Roman Polanskis aktuelles Werk ist ein spannungsgelandener Kriminalfilm mit einer ungeheueren atmosphärischen Dichte. THE GHOST WRITER dreht sich um eben jenen "Ghost", der die Memoiren eines Ex-Premiers aus Großbritannien niederschreiben soll, nachdem der Ersterwählte für diesen Job unter tragischen Umständen ums Leben kam. Doch je mehr sich der "Ghost" (Ewan McGregor) mit seinem Auftraggeber (Pierce Brosnan) auseinandersetzt, desto mysteriöser wird die ganze Geschichte. Plötzlich befindet sich der Geisterschreiber inmitten einer brisanten politischen Verschwörung ...
Zu großen Teilen in Deutschland gedreht, überzeugt THE GHOST WRITER gleich zu Beginn mit seiner tollen Atmosphäre. Die sterile High-Tech-Festung mitten am Meer, wo die Schreiberei vonstattengehen soll, die Einsamkeit, die Abgelegenheit des Anwesens gehen Hand in Hand mit dem stürmischen und regnerischen Wetter, wo man zusammenfassend froh über einen kuschligen Kinoplatz ist.
Was relativ langsam anfängt, beginnt schon nach kurzer Zeit ein wohliges Eigenleben zu bekommen. Man will einfach wissen, was passiert ist, was passiert und nicht zuletzt, was passieren wird. Da es sich bei THE GHOST WRITER um einen waschechten Politthriller handelt, passen die kleinen und großen Spitzen gegen die US-Administration aber auch gegen das britische Gegenstück wie die Faust aufs Auge.
Prominent bis in die kleinsten Rollen besetzt, macht auch das Entdecken von älteren und alten Hasen im Geschäft, wie Jim Belushi oder Eli Wallach, enorme Freude.
Polanski führte mit straffer Hand den Pinsel, wenn auch aus seinem schweizer Anwesen zum Ende des Films. Gelohnt hat sich das auf ganzer Linie, da die kompletten 128 Minuten wie im Fluge vorbeiziehen und das ist bei dieser Filmgattung nicht selbstverständlich. Der clevere Schluß erklärt dann noch viele Szenen von zuvor, sodaß der Film auch nach dem Abspann im Gehirn weiterläuft und einem dann erst alle Einzelheiten klar werden.
8/10