Ein Ghostwriter (Ewan McGregor, hier namenlos) wird mit dem Auftrag betraut, die Memoiren des (englischen) Ex-Premieres Adam Lang (Pierce Brosnan) zu schreiben. Lang und seine Frau Ruth (Olivia Williams) leben mit ihren engsten Vertrauten auf der Insel Martha´s Vineyard, die sich vor der amerikanischen Ostküste befindet. Das zusammen gewürfelte Team lebt wie im Exil, weil der ehemalige (amerikanische) Außenminister Rycart (Robert Pugh) Lang vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ziehen will, da dieser scheinbar in seiner frühereren Amtszeit Terrorverdächtige hat foltern lassen. Auch der Ghostwriter sieht sich mit einigen Problemen konfrontiert, als er herausfindet, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist.
So, so. Eine Romanvorlage von Robert Harris, der dem Ex-Zuchtbullen Blair aus England nicht abkann, kombiniert mit den Fähigkeiten eines Polanski, kann doch nur ein Hammerwerk dabei rauskommen ?!? Nöö, tut es leider nicht.
Auch wenn ich die Klassiker von Polanski schätze, ist dieser Film nur ein lauwarmer Arschtritt geworden. Man muss sich auf der Zunge zergehen lassen, dass dieser Politik-Thriller 127 Minuten läuft, wobei der Baustein "Politik" in Ordnung geht - doch den Thriller suche ich noch heute. Die Parallelen zu "The best British Blair" gut und schön. Da hat sich wohl Harris den Esel dran gefressen, aber bis zur Hälfte "lebt" der Film nur von seinem Staraufgebot, sowohl vor wie hinter der Kamera und seinen Kulissen. Es wirkt alles langatmig und unspektakulär. Trotz der düsteren Ambiente, der Insel, auf der es nur Isolation gibt und zermürbendes Wetter herrscht, die uns ein gewisses Flair vermitteln soll, als könne jeden Moment etwas passieren, ist nur gähnende Langeweile weit und breit sichtbar. Die Anlaufzeit ist einfach zu viel gestreckt, wie schlechter Shit. Und selbst danach, wenn ich es als Gutmensch betrachte, kommt nicht viel Fahrt auf. Hier fehlt ganz eindeutig Dynamik und Tempo.
Thriller-Bausteine sind klar vorhanden - am besten ist die Szene mit der Navigation und seinen Folgen. Aber selbst das ist in meinen Augen zu wenig, da ein Politik-Thriller von der Verschwörungsthematik, skrupellosen Machenschaften, Verrat, Intrigen und korrupten Persönlichkeiten lebt. Und hier lebt gar nix, außer dass McGregor seine Eier von links nach rechts schaukelt.
Mit dem banalen Schluss kommt das ganze schon fast grotesk rüber.
Keine Ahnung, wie das Blu Ray-Cover einem weis machen will, dass sich "Ghostwriter" auf den Pfaden eines Alfred Hitchcock befindet, diese Euphorie finde ich etwas übertrieben.
Ein Film, der (scheinbar) eine große Fanbase findet - aber ich kann ihn nichtmals zum Ausleihen empfehlen, da ich den Film nach ca. 2 Tagen schon vergessen habe. Drei Tage später schreibe ich die Review dazu, und weiß schon nicht mehr, ob der Film in Farbe oder schwarz/weiß gedreht wurde. Soviel dazu.
Gähnende 2/10 Punkte