ENTER THE EAGLES
Martin (Michael Wong) ist das was man einen Bilderbuchgangster nennt, wobei sein bevorzugtes Metier, der Raub von Kunstgegenständen ist. Sein neuester Auftrag beinhaltet den Diebstahl eines Diamanten, dem so genannten „Prisma des Zaren“. Doch auch ein konkurrierendes Diebespärchen (Anita Yuen und Jordan Chan) bekundet Interesse. Nach ausgiebiger Observation soll der Bruch durchgeführt werden. Man steigt in das Prager Museum ein und kommt sich prompt in die Quere. Doch die Situation entwickelt sich komplett anders als geplant, da in Michaels Team ein Verräter die Operation gefährdet. Die Situation eskaliert und endet mit einem Berg Leichen und der Gefangenname von Tommy (Jordan Chan). Um doch noch an das Diebesgut zu gelangen und den Auftraggeber Benny Urquidez beliefern zu können müssen die Konkurrenten kooperieren. Dabei kommt ihnen auch noch die Profikillerin Mandy (Shannon Lee) zu Hilfe. Eine blutige Spur zieht sich durch die Strassen von Prag.
Klassischer Actionstreifen aus Hongkong, dessen einzige Daseinsberechtigung darin besteht, Darsteller und Locations dem Erdboden gleich zu machen.
Schon der Stab verspricht im Vorfeld das was er dann auch tatsächlich hält.
Corey Yuen Kwai, seines Zeichens begabter Actionregisseur und in unseren Gefilden bekannt wegen „The Transporter“, als Mann hinterm Megaphon.
Die Hauptrollen mit bekannten Hongkongdarstellern besetzt: Shannon Lee (Tochter von Legende Bruce Lee), Michael Wong, Anita Yuen, Jordan Chan und ebenfalls eine bekannte Größe – der Kickboxchampion Benny Urquidez. Das kann nur gutes Entertainment werden.
Die stupide Story ist schnell erzählt und interessiert sowieso nicht. Auf Spannung wurde genauso wenig Wert gelegt, wobei diese dann nur von den teilweise albernen Sprüchen (insbesondere Jordan Chans Charakter soll da wohl so eine Ulknudel sein) gestört worden wäre. Über geschliffene Dialoge brauchen wir eh nicht reden und das Pseudogefasel über Liebe usw. hätten sich die Macher ganz sparen können. Die Darsteller performen für diese Art Film ganz solide, wobei gerade die Langnasen, oder auch Gwailos, besonders bescheuert in Erinnerung bleiben.
Doch sind all diese Aspekte ganz schnell vergessen, wenn man Fäuste und Waffen sprechen lässt. Die Action ist wieder mal überstilisiert und wird von viel Slow-Motion geprägt. Die Choreographien sind wirklich schön anzuschauen und lassen das Fanherz höher schlagen. Der Kugelverbrauch ist astronomisch, auch wenn manchmal das Nachladen der Waffen vergessen wurde. Blooshed vom feinsten und sehr Rot gefärbt wechselt sich ab mit guten Martial Arts-Einlagen. Ja, Ja hier wird wirklich richtig auf die Fressen gehauen. Den Höhepunkt findet diese Klopperei dann natürlich beim Kampf vom baskischen Gnom (Benny Urquidez) vs. Shannon (Bruce Lee) Lee und ist tatsächlich gar nicht mal schlecht anzuschauen. Allerdings wird zu keinem Zeitpunkt das Niveau der Fights aus Powerman (Jackie Chan vs. Benny Urquidez) erreicht. Weiterhin muss ich leider sagen das Shannon Lee auch mehr so ein Manns-Weib ist und sich meine Sympathien für sie in Grenzen hielten, wohl auch deshalb weil man sich schon im Vorfeld denken konnte das sie als Siegerin aus diesem Actionquatsch hervor gehen würde.
Ein bisschen Auflockerung wird durch eingestreute Emotion erlangt. Wobei eine Szene mit Jordan Chan dahingehend, und weil es ein Actionfilm mit genretypischer Zweckgebundenheit ist, wohl einen kleinen Höhepunkt darstellt. Der Score ist ziemlich fetzig gewählt und peitscht das Adrenalin durch die Blutbahnen der Protagonisten. Sauber. Dafür sind die CGI-Effekte -alles andere nur- nicht gelungen.
Explosiver Actionkracher mit gut aufgelegten Darstellern, dem Hang zum overacting, gewagten Stunts und einer gehörigen Portion Blut. Hirn abschalten und abfeiern.
7/10