Alexandra Neldel spielt eine junge Rechtsanwältin, die von einer jungen Studentin kontaktiert wird, die behauptet, während einer Semesterparty mit KO-Tropfen außer Gefecht gesetzt und vergewaltigt worden zu sein. Sie glaubt der Teenagerin ihre Geschichte jedoch nicht, weshalb sie das Mandat ablehnt. Als diese dann jedoch ums Leben kommt, nimmt sie an der Eliteschule Ermittlungen auf und stößt auf zahlreiche menschliche Abgründe.
Nach den miserablen Mystery-Produktionen "Hepzibah" und "Gonger 2" schickt Prosieben nun also im Rahmen der "Thriller Time" ein Sequel zu "Killerjagd - töte mich, wenn du kannst", der wiederum auf der Serie "Unschuldig" basiert, ins Rennen. Dabei sind die Erwartungen einmal mehr sehr gering, zumal auch der Vorgängerfilm alles andere als gut war, aber "Killerjagd - Schrei, wenn du dich traust" ist gar nicht mal so schlecht und weiß solide zu unterhalten.
So haben die Charaktere zwar kaum emotionale Tiefe und bleiben eher oberflächlich konstruiert, aber der Krimi-Plot ist durchaus annehmbar konstruiert. Durch das Preisgeben der Vergewaltigung und den anschließenden Tod der Studentin kommt der Thriller zudem recht schnell in Fahrt und bewegt sich bei den anschließenden Ermittlungen durchaus auf unterhaltsamen Niveau, wie es bei vergleichbaren amerikanischen B-Krimis oder dem "Tatort" ebenfalls der Fall ist. Immer mal wieder wird die Dramaturgie ein wenig gesteigert, mit den Einblendungen eines wehrlosen Opfers der Vergewaltiger ebenfalls und darüber hinaus sind zumindest kleinere Überraschungen durchaus gegeben, wobei anders als bei vielen anderen Prosieben-Vertretern keine größeren Fehler unterlaufen.
Dabei ist "Killerjagd" zügig erzählt, sodass keine Längen entstehen, wobei der kurzweilige Krimi zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend oder atmosphärisch wird, weswegen er wohl in naher Zukunft wieder vergessen sein wird. Dabei wird handwerklich durchaus ordentliche Arbeit geleistet, was man jedoch auch den meisten anderen Vertretern der "Thriller Time" attestieren kann, wobei die Atmosphäre durchaus ein wenig dichter hätte sein können, wenn Regisseur Elmar Fischer, der zuletzt zwei "Tatort"-Teile inszenierte, den Zeitdruck und die eingeschlossene Studentin besser ausgespielt hätte. So bleibt ein kurzweiliger Durchschnittsfilm.
Darstellerisch wird ebenfalls Solides geboten, so zeigt Alexandra Neldel, dass sie nicht nur in belanglosen Telenovela-Schnulzen zu gebrauchen ist, sondern auch einen etwas ernsteren Film ganz gut meistert, spielt ihre Rolle sympathisch, glaubhaft und authentisch, aber nicht sonderlich auffällig. Die restlichen Darsteller sind dabei ebenfalls solide, wobei vor allem die Darsteller der snobistischen Studenten reicher Eltern eine ganz gute Figur machen.
Fazit:
"Killerjagd - Schrei, wenn du dich traust" ist unterm Strich ein solider Thriller, der mit einer annehmbaren, teilweise überraschenden Story, einer ebenso mittelmäßigen Inszenierung und ordentlichen Darstellern durchaus kurzweilige Unterhaltung bietet, aber nicht über das Niveau eines unscheinbaren TV-Krimis hinauskommt.
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