"Brutes and Savages" ist ein unbekannter und seltener Mondo aus den 70ern und gerät heute auch bei Genrefans (vermutlich zurecht) in Vergessenheit.
Wir verfolgen den Weg eines Abenteurers und seiner Filmcrew durch Afrika und Südamerika und erhalten dabei Informationen über Rituale und Traditionen der Eingeborenen und "Wilden". Wie zahlreiche Mondos seiner Zeit enthält "Brutes and Savages" auch gestellte Szenen, so dass ein Anspruch auf Authentizität schon in den ersten Minuten verloren (verspielt?) geht. An Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist der Kampf einiger Eingeborener mit einem Krokodil, das sich unmissverständlich als Attrappe entlarvt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt verliert der Film für Genießer von kontroversem und teilweise anspruchsvollem Underground seinen Reiz. So hofft man als Zuschauer in der Folgezeit doch wenigstens noch ein Paar blutige und authentische Szenen präsentiert zu bekommen. Aber selbst diesen Erwartungen wird der Film nicht gerecht und ich muss zugeben, dass ich mich teilweise auch gelangweilt habe (obwohl ich das Kriterium "Langeweile" zur Filmbewertung nicht gerne verwende).
Zu allem Überfluss sind einige Informationen, die der Film uns liefert auch noch falsch und unvollständig. Richtig überzeugend und ästhetisch finde ich nur einige Landschafts- und Tieraufnahmen, aber aus diesem Grund investiert man doch nicht seine Zeit in einen Mondo, oder?
Zusammenfassend bietet "Brutes and Savages" also weder für ein anspruchsvolles Publikum noch für den Mondosicko den nötigen Unterhaltungswert. Lediglich für vereinzelte Sammler könnte die DVD von Interesse sein. Wer sich den Film trotzdem zulegen möchte, dem empfehle ich die amerikanische Synapse DVD.
4/10 Punkten