Daniel Grau hat mit seinem Psychothriller „7 Days" einen gelungenen Film abgeliefert, der allerdings auch seine Schwächen hat. Von vielen Kritikern wird der Streifen mit „Ein Mann sieht rot" verglichen. Doch dies passt nur zum Teil. Während Charles Bronson in dem Klassiker sofort die Fronten klärt, geschieht dies in "7 Days" über einen Zeitraum von 7 Tagen. Spätestens nach Tag 5 wird die Sache etwas langweilig. Der Selbstjustiz-Thriller mit Claude Legault in der Hauptrolle, handelt von einem Vater, der durch einen Sexualtäter seine Tochter verliert. Er hat nur noch ein Ziel, Rache. Doch dabei gerät er selbst in schwere persönliche Konflikte. Außerdem wird er selbst zum Täter und seine Frau wendet sich von ihm ab. Hin und hergerissen von seinen Gedanken und Gefühlen, zerbricht er am Ende selbst an dem Fall. Der Zuschauer muss sich mit der Geschichte auseinandersetzen, dies ist eine der Leistungen von Daniel Grau. Leider hat Grau einige unkluge Schnitte eingebaut, welche die Handlung stellenweise abrupt unterbrechen. Zur Mitte hängt der Film etwas durch, was auch am Drehbuch liegt. Stellenweise ist die Handlung etwas stark überladen. Auch das Ende ist sehr schlecht gelöst. Man hätte vielleicht die Gerichtsverhandlung zeigen können. Auch die Reaktion seiner Frau auf das Ende der Geschichte bleibt im Dunkeln. Hier hätte Grau aus dem ansonsten guten Film noch mehr herausholen können. Allerdings zeigt der Film deutlich auf - es hat keinen Sinn, sich auf diese Art und Weise zu rächen, da man am Ende selbst auf der Strecke bleibt. Mir hat Remy Gerard als Kommissar am besten gefallen. Er hat seine Frau durch einen brutalen Überfall verloren, und hat große Sympathien für den Täter. Ein Film, den man sich einmal ansehen sollte. © Flatterhans