Prolog: Eine Familie. Ein liebender Vater verabschiedet seine niedliche 8-jährige Tochter. Ein Mitschüler kommt am Nachmittag vorbei, um dem Mädchen die Hausaufgaben zu bringen, denn sie war nicht in der Schule! Die Eltern sind verzweifelt, wo kann die Tochter nur sein?
Das Verbrechen: Polizisten durchsuchen die Gegend. Der Vater ist mit dabei. Ein Polizist entdeckt etwas in einem Waldstück. Ist es...? Es ist die Leiche des Kindes. Der Vater stürmt heran, kniet nieder, kann es nicht fassen. Sein kleines Mädchen mit blutverschmierten Kleidern, Blut zwischen den Beinen, Blut überall am Körper, zahlreiche Blutergüsse, das Gesicht durch die einsetzende Leichenstarre entstellt. Verzweiflung, Ohnmacht, Fassungslosigkeit.
Die Rache: Der Täter wird gefasst. Gentests ergeben eine nahezu 100%ige Identifizierung. Der Vater schmiedet einen Plan. Er wird den Mörder seiner Tochter entführen, sieben Tage foltern und ihn dann töten!
Die Moral: Kann man sich durch Rache eine Genugtuung verschaffen, die den Schmerz um den Verlust eines geliebten Menschen mildert? Oder geht man durch extreme Handlungen, die man unter normalen Umständen niemals durchführen würde (Folter), das Risiko ein selbst psychische Schäden davon zu tragen (vom Gefängnisaufenthalt ganz zu schweigen)? Und kann man es verantworten, sein Leben und in diesem Fall das Leben seines Partners für die einmalige Rache nachhaltig zu zerstören? Diese Fragen stellt der realistische und dadurch umso härter wirkende Thriller „7 Days“, ohne eine eindeutige Antwort zu finden.
Fazit: Knallharter, teilweise schwer erträglicher Psychothriller, der den Wunsch nach Selbstjustiz auf ein unfassbar brutales Verbrechen bebildert und dabei die Genugtuung aber auch die psychische Belastung, sich mit einem Mörder auf eine Stufe zu stellen, zur Diskussion stellt. Ein Film, den man nicht so schnell vergisst und der überhaupt nichts mit der momentanen „Torture-Porn“- Welle zu tun hat. Brillant. 8/10